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Goldstrand in Bulgarien

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    Corona in Bulgarien: Party-Pause am Risikogebiet Goldstrand

    Bulgariens Goldstrand ist auch zu Corona-Zeiten gut gefüllt - doch vor allem mit Einheimischen statt wie sonst mit Deutschen. Die kommen wegen der Reisewarnung nur noch vereinzelt.

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    Von
    • Christian Limpert

    Hotelmanagerin Margarita Hristova kontrolliert die große Buffettheke im Sofia Hotel, einem 4-Sterne Ressort direkt am bulgarischen Goldstrand nahe der Stadt Varna. Feinsäuberlich sind die Fisch- und Fleischplatten aufgereiht, das Personal steht mit Hygienehandschuhen und Masken bereit, jedes einzelne Besteck ist desinfiziert und abgepackt.

    "Wir erfüllen alle Sicherheitsauflagen zu 100 Prozent", sagt die blonde Hotelmanagerin. Keiner ihrer Gäste habe sich hier bislang mit Corona infiziert. Dennoch hagelt es seit Tagen Absagen und Stornierungen, vor allem deutsche Touristen bleiben fern, seitdem die Bundesregierung für die bulgarische Goldstrand-Region eine Reisewarnung ausgesprochen hat. "Wir dachten, dass der August den späten Saisonstart kompensiert", sagt die Hotelmanagerin, "aber mit der Reisewarnung Deutschlands und den fehlenden deutschen Touristen sind unsere schlimmsten Befürchtungen wahr geworden."

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    Bildrechte: Christian Limpert/BR

    Am Buffet des Sofia Hotel gelten strenge Hygieneregeln.

    "Sonst zu 80 Prozent voll mit Deutschen"

    Das Problem: Auch für wenig Gäste benötigt Hristova viel Personal. Zum Beispiel, um sie am Buffet zu bedienen oder um die Liegen am Hotelpool desinfizieren, sobald sie einer der Gäste benutzt hat. Dank Urlaubern aus Bulgarien und Rumänien sei das Hotel gut ausgelastet, erklärt die Chefin. "Eigentlich ist es sonst zu 80 Prozent voll mit Deutschen."

    Über die Reisewarnung ist sie, wie alle Hoteliers, Bar- oder Restaurantbesitzer, verärgert. Die Zahl an Neuinfektionen in der Region rund um Varna sei nur deshalb so hoch, weil es hier zwei große Altersheime mit vielen erkrankten Menschen gebe. "Das hat aber nichts zu tun mit der allgemeinen Lage in den Touristengebieten hier am Goldstrand," sagt Hristova. "Aber wir sind jetzt die Opfer."

    Strand an der Schwarzmeerküste noch immer gut gefüllt

    Auch Ulrich Heppe hält die Reisewarnung für falsch. Der Deutsche ist Geschäftsführer zweier wichtiger Touristenflughäfen in der Region. Die Reisewarnung vermittle einen völlig falschen Eindruck, sagt er. "Reisen an die bulgarische Küste ist nach wie vor sicher." Die Zahl der Fluggäste, die an seinen Flughäfen landen, sei von fünf Millionen im Jahr 2019 auf eine Million in diesem Jahr eingebrochen. Seit der Reisewarnung wären viele geplante Flüge nach Bulgarien gecancelt worden.

    Am berühmten Goldstrand an der bulgarischen Schwarzmeerküste mag man das kaum glauben, noch immer ist der Strand gut gefüllt, Liegen und Sonnenschirme belegt. Doch im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei der Strand so gut wie leer, sagen die Einheimischen. Auch hier sonnen sich derzeit vor allem Urlauber aus Bulgarien oder Rumänien. Deutsche sind kaum noch hier.

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    Auch für wenig Gäste ist viel Personal nötig - wie hier zum Desinfizieren der Sonnenliegen.

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