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Brexit: Deutsche Industrie macht sich Sorgen | BR24

© picture-alliance/dpa

Könnte besonders unter dem Brexit leiden: Die Automobil-Branche.

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Brexit: Deutsche Industrie macht sich Sorgen

Vertreter der deutschen Wirtschaft haben erneut deutlich gemacht, wie sie das Brexit-Chaos sehen: als Gefahr für heimische Betriebe. Ein harter Brexit dürfte auch in Deutschland Jobs kosten, warnt der BDI.

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Vertreter der deutschen Wirtschaft haben erneut deutlich gemacht, wie sie das Brexit-Chaos sehen: als Gefahr für heimische Betriebe. Ein harter Brexit dürfte auch in Deutschland Jobs kosten, warnt der BDI.

Das Brexit-Chaos belastet nach Einschätzung der Industrie die deutsche Wirtschaft massiv. Der Industrieverband BDI rechne mit einem Rückschlag von mindestens einem halben Prozent bei der Wirtschaftsleistung, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Das wären allein in diesem Jahr etwa 17 Milliarden Euro weniger Wirtschaftskraft.

"Quälende Unsicherheit" vergrault Investoren

Wohl jedes vierte Unternehmen mit Geschäftsverbindungen in das Vereinigte Königreich müsste im Falle eines harten Brexits Stellen streichen. Derzeit mache sich eine "quälende Unsicherheit" in der Wirtschaft breit. Diese unklare Lage trübe die Stimmung ein, vergraule Investoren, koste Wachstum und Arbeitsplätze.

Kempf forderte die britische Politik auf, den Brexit-Prozess schnellstmöglich abzuschließen. Der beste Weg sei dabei nach wie vor das mit der EU vereinbarte Austrittsabkommen. Dieses hatte das britische Parlament jedoch am Freitag zum dritten Mal zurückgewiesen.

Nur wenige bewerten Geschäftsbeziehungen als gut

Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) planen zwölf Prozent der deutschen Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen nach Großbritannien Investitionsverlagerungen aus dem Königreich nach Deutschland oder in andere EU-Länder. "Für die Briten ist es bitter, dass sich internationale Unternehmen von der Insel zurückziehen", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Rheinischen Post".

Laut einer Umfrage des Verbandes bezeichnet nur noch jedes fünfte der befragten Unternehmen mit Beziehungen nach Großbritannien seine Geschäfte dort als gut. 70 Prozent der Betriebe gingen für 2019 von einer weiteren Verschlechterung aus.

"Derzeit stark rezessionsgefährdet"

Besorgt äußerten sich auch die Metall-Arbeitgeber. Sie sehen für ihren Wirtschaftszweig die Gefahr einer Rezession. Der anstehende Brexit aber auch die Zoll-Politik von US-Präsident Donald Trump setzten der deutschen Exportwirtschaft zu, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, der "Augsburger Allgemeinen".

Noch könne man zwar nicht sagen, ob Deutschland tatsächlich in die Rezession abrutsche, "dennoch ist klar, dass unsere Branche derzeit stark rezessionsgefährdet ist". Auftragseingang und Produktion lägen Anfang 2019 "deutlich unter den vergleichbaren Werten von 2018", sagte Dulger. "Was die Aussichten für unsere Geschäfte betrifft, sind wir skeptischer geworden." Besonders betroffen von dieser Entwicklung sei die Automobilbranche.