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Ein Junge sitzt mit Kopfhörern vor seinem Laptop und nimmt am Online-Unterricht teil.

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    Brennpunkt Schule: Digitalisierung verschärft Ungleichheit

    Die Pandemie verlangt vor allem Eltern und Schülern eine ganze Menge ab. Dabei ist es gerade die fortschreitende Digitalisierung, die immer noch nicht dort ankommt, wo sie am nötigsten gebraucht wird. Mit unschönen Folgen für die Betroffenen.

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    Von
    • Michael Küster

    Jede Schule braucht sie: Laptops für den digitalen Unterricht. Was aber schon vor der Corona-Pandemie ein großes Problem war, zeigt sich nun im Distanzunterricht laut einer Studie, die dem ARD-Magazin "Kontraste" (Das Erste, 21.45 Uhr) vorliegt, ganz deutlich: Die gegenwärtige Praxis des "Homeschoolings" verschärft die Ungleichheit im Schulwesen. Das belegt eine Erhebung der Landeselternkonferenz Nordrhein-Westfalen.

    Digitalisierung: Haupt- und Realschulen fallen weiter zurück

    22.000 Eltern aus Nordrhein-Westfalen wurden dabei online zum Homeschooling befragt. Demnach sind ausgerechnet die Schulformen mit den größten Herausforderungen bei der technischen Ausstattung benachteiligt: Haupt- und Realschulen. Während rund 60 Prozent der Gymnasien ihren Schülern digitale Endgeräte wie Tablets oder Laptops zur Verfügung stellen, sind es bei Haupt- oder Realschulen lediglich 30 Prozent.

    "Je mehr wir uns anstrengen, digital voranzukommen, was auch richtig ist, desto größer wird die Schere zu den Schulen, die über digitale Zusatzhilfen nicht verfügen." Anke Staar von der Landeselternkonferenz NRW

    Der Umfrage zufolge, die "Kontraste" vorab vorliegt, hat jeder vierte Schüler nur einmal pro Woche oder nie Kontakt zum Lehrer. Dabei benötige jedes dritte Kind dauerhafte schulische Unterstützung, weil nicht alle Eltern das leisten können. Das hat technische, finanzielle und auch sprachliche Gründe.

    Flickenteppich bei Präsenzunterricht an Grundschulen

    Hinzu kommen große regionale Unterschiede, wie eine deutschlandweite Anfrage zur Praxis der Grundschulen herausfand: Während in Bayern die Grundschulen nach wie vor geschlossen sind und nur eine Notbetreuung anbieten, können in anderen Bundesländern teilweise sogar die Eltern selbst entscheiden:

    In Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen werden Eltern gebeten, ihr Kind nur im Notfall zur Schule zu schicken. In Hessen etwa gehen laut hessischem Kultusministerium aktuell rund 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler in die Schule, in Bremen sind es 65 Prozent.

    Manche Bundesländer setzen hingegen hohe Hürden für die Präsenz von Grundschülern in der Schule: In Berlin beispielsweise haben darauf nur Kinder von Alleinerziehenden oder Eltern mit systemrelevanten Berufen Anspruch. Eine weitere Ausnahme gilt bei Kindeswohlgefährdung.

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