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Brenner: Tausende Autofahrer stecken in Südtirol fest | BR24

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Es herrscht Chaos auf der Brennerautobahn in Südtirol. Die Strecke zwischen Sterzing und dem Brenner-Pass wurde in beiden Richtungen, weil sich ein Schneebrett gelöst hatte. Ein Alptraum für die vielen Autofahrer, die seit Stunden festsitzen.

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Brenner: Tausende Autofahrer stecken in Südtirol fest

Am Brenner gibt es immer noch kaum ein Durchkommen: Die Brenner-Staatsstraße ist auf italienischer Seite nach wie vor gesperrt, auf der Brennerautobahn darf niemand Richtung Italien durch. Etwa 200 Personen mussten von der Feuerwehr gerettet werden.

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Wegen einer Lawine zwischen Sterzing und dem Brenner ist die für viele Winterurlauber wichtige Südtiroler Brennerautobahn A22 von Italien aus kommend nach wie vor gesperrt. In der Gegenrichtung nach Süden ist die Autobahn wieder einspurig befahrbar - doch Österreich lässt niemanden mehr Richtung Italien durch. Fahrzeuge müssen vor der Mautstelle Schönberg wenden und werden zurück nach Innsbruck geschickt.

Lawinenabgang und Straßenglätte führten zum Verkehrschaos

Die kilometerlangen Staus wegen der winterlichen Straßenverhältnisse lösen sich kaum auf. Ausgelöst wurde das Verkehrschaos durch einen Lawinenabgang bei Sterzing und zahlreiche Lkw, die sich auf glatten Straßen quer stellten. Räumfahrzeuge kamen nicht durch. Autofahrer harrten stundenlang in ihren Wagen aus.

Viele mussten vor der Kälte gerettet werden

Die Freiwillige Feuerwehr Südtirol ist immer noch im Einsatz, um Familien mit Kindern zu unterstützen. Einsatzkräfte hätten etwa 200 Personen aus ihren Bussen und PKWs gerettet, nachdem diese dort teils Stunden bei Temperaturen unter dem Nullpunkt zugebracht hätten, sagte eine Sprecher der Feuerwehr der Provinz Bozen.

Experten raten aber Autofahrern, die Gegend zu meiden und stattdessen Ausweichrouten zu wählen. Bereits hinter Innsbruck staue sich der Verkehr auf der A13. Auch von der Ausweichroute Reschenpass wird abgeraten. Dort staut es sich bereits ab Landeck.

Viele Menschen sitzen auf der Brennerautobahn in ihren Autos fest

Noch immer sitzen tausende Menschen in ihren Autos auf der Brennerautobahn fest. Wie die BR-Reporterin Julia Mumelter berichtete, gibt es keine aktuelle Informationen auf den elektronischen Anzeigetafeln zu der Totalsperre der Autobahn. Die gebürtige Südtirolerin steckte selbst seit Stunden im Stau.

Ein Krankenpfleger aus Garmisch hat auf der Brennerautobahn mit seiner Familie bereits die Nacht von Freitag auf Samstag im Auto verbracht. "12 Stunden lang schon stecken meine Frau und meine beiden Töchter auf der Brennerautobahn fest, 20 Kilometer vor dem Brenner", sagte der Garmischer der italienischen Nachrichtenagentur Ansa am Samstagvormittag.

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Nach einem Lawinenabgang und heftigen Schneefällen sitzen viele Menschen auf der Brennerautobahn in ihren Fahrzeugen fest - darunter auch BR-Reporterin Julia Mumelter.

In der gesamten Region Trentino beträchtliche Probleme

Die Einsatzkräfte sind seit Stunden dabei, die Fahrbahn so gut als möglich zu räumen und auch die "gestrandeten" Lkw zu bergen, die ohne Schneeketten hängengeblieben waren. Auf der A13 auf Tiroler Seite ist es deshalb zu erheblichen Staus von 24 Kilometern Länge gekommen.

Die Lawine ging zwischen Sterzing und dem Brenner ab, als die Autobahn bereits gesperrt war. Auch im Sarntal hinter Weißenbach ging eine Lawine von größerem Ausmaß ab. Wegen der heftigen Schneefälle in der gesamten Region Trentino Südtirol kam es zudem zu beträchtlichen Problemen im Bahnverkehr. Etliche Züge fielen aus.

Zweithöchste Lawinenwarnstufe in Sterzing

In Nacht auf Samstag fielen in Südtirol stellenweise bis zu 80 Zentimeter Neuschnee. Besonders betroffen war Sterzing. Derzeit herrscht zweithöchste Lawinenwarnstufe 4. Meteorologen rechneten in den kommenden Tagen aber mit einer Wetterbesserung.

Südtiroler Zivilschutz rät zu späterer Abreise

Der Südtiroler Zivilschutz hat indes Touristen im Pustertal und den Seitentälern geraten, ihre Abreise später anzutreten. Keinesfalls soll auf die Brennerautobahn (A22) gefahren werden, hieß es in einer Aussendung. Dringlichste Aufgabe sei derzeit, die Insassen hängen gebliebener Fahrzeuge zu versorgen.

Brennerautobahn bis auf Weiteres gesperrt

Die Brennerautobahn bleibe bis auf Weiteres gesperrt. Touristen sollten sich vor der Abfahrt bei der Verkehrsmeldezentrale über die Straßenverhältnisse informieren.

Nach den starken Schneefällen und wegen vereister Schneemassen kam es auch im Bahnverkehr in Südtirol am Samstag zu Zugausfällen beziehungsweise erheblichen Verzögerungen. Einzige Ausnahme bildete die Vinschger Bahn, die regulär fuhr.

Für Sonntag weitere Schneefälle angekündigt

Zudem habe wegen der kritischen Situation auf vielen Straßen auch kein Schienenersatzdienst mit Bussen eingerichtet werden können. Da für heute, Samstag, und am Sonntag weitere Schneefälle angekündigt waren, war auch für Sonntag noch mit Einschränkungen im Bahnverkehr sowie insgesamt im öffentlichen Nahverkehr zu rechnen.

Über 450 Mitarbeiter des Straßendiensts waren in der Nacht auf Samstag mit rund 220 Schneeräumfahrzeugen im Einsatz. Dabei wurden 2.500 Tonnen Salz gestreut, um Eisbildung auf den Straßen zu verhindern. Hängen gebliebene Schwerfahrzeuge ohne Winterausrüstung behinderten die Arbeit der Einsatzkräfte vielerorts, hieß es.

Unwetter in ganz Italien

Während heftige Schneefälle im Trentino bzw. in Südtirol erneut zu Problemen geführt haben, sind auch mehrere andere Regionen in Nord- und Mittelitalien mit Winterwetter konfrontiert. Schneefälle belasteten den Verkehr auf mehreren Autobahnen in der Lombardei, in der Emilia Romagna und im Piemont. In Venetien und in der Lombardei wurden einige Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt.