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Brasilianisches Labor warnt vor neuen Übertragungswegen | BR24

© pa/dpa/Daniel Bockwoldt

Eine Labormitarbeiterin untersucht eine Probe mit Antikörpern zum Nachweis des Zika-Virus

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    Brasilianisches Labor warnt vor neuen Übertragungswegen

    Ein brasilianisches Forschungsinstitut hat nach eigenen Angaben das Zika-Virus in Urin und Speichel nachgewiesen. Bisher ging man davon aus, dass das Virus fast ausschließlich durch Mückenstiche übertragen wird.

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    Der Leiter des Instituts, Paulo Gadelha, sagte jedoch, der Infektionsweg über Körperflüssigkeiten müsse noch weiter erforscht werden. Dennoch müsse vor allem schwangeren Frauen zu noch strengeren Vorsichtsmaßnahmen geraten werden. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg ist schon länger bekannt, dass Zika-Viren im Urin nachgewiesen werden können. Das Institut ist das Zika-Referenzlabor in Deutschland. Auch über Zika-Erbgut im Speichel haben Forscher bereits berichtet. 

    Brasilianische Wissenschaftler haben auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Zika-Infektionen und einer schweren Schädelfehlbildung bei Neugeborenen hingewiesen, die in letzter Zeit vermehrt in dem südamerikanischen Land aufgetreten ist. In den USA war diese Woche ein erster Fall einer Zika-Infektion durch Geschlechtsverkehr bestätigt worden. 

    Zweite mögliche Folgekrankheit breitet sich aus

    Gleichzeitig breitet sich derzeit eine mögliche Folgekrankheit aus. Rio de Janeiro verzeichnete einen sprunghaften Anstieg des seltenen Guillain-Barré-Syndroms. Die Krankheit löst eine Veränderung des Immunsystems aus und führt zu Muskelschwäche im ganzen Körper. Im Januar wurden 16 Fälle erfasst, alle Patienten wurden zuvor mit dem Zika-Virus infiziert. Deshalb vermuten Forscher einen Zusammenhang.