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Brasilianische Küste: Rätselhafte Ölpest breitet sich aus | BR24

© ARD

Etwa 2.000 Kilometer Küste in Brasilien sind von einer Ölpest betroffen. Zähe Klumpen verdrecken die Strände, töten Tiere. Ein Bundesstaat rief den Notstand aus. Die Herkunft des Öls ist unklar.

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Brasilianische Küste: Rätselhafte Ölpest breitet sich aus

Etwa 2.000 Kilometer Küste in Brasilien sind von einer Ölpest betroffen. Zähe Klumpen verdrecken die Strände, töten Tiere. Der Bundesstaat Sergipe rief den Notstand aus. Die Herkunft des Öls ist unklar.

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Der Strand ist voll, in Aracajú im Nordosten von Brasilien herrscht bestes Badewetter. Aber fast niemand wagt sich ins Wasser. Denn seit Tagen treibt die Brandung immer wieder Ölklumpen an den Strand. Die Stadt hat die schlimmsten Ölflecken aus dem Sand schaufeln lassen, aber immer wieder schwemmt das Meer neues Öl an. "Da hinten am Ende des Strandes, zwischen den Steinen, ist alles voll Öl", berichtet ein Badegast. "Dabei geht die ganze Umwelt kaputt. Tiere, Fische - das ist furchtbar traurig."

"Die Konsistenz von Plastik"

Marcus, ein Hobby-Fischer, hält einen Ölklumpen in der Hand. Zäh und fast teerartig ist das, was die Meeresströmungen hierher tragen. "Das Wasser bringt noch mehr Öl. Das sieht aus, als hätte ein Schiff seine Tanks gesäubert. Denn wenn Rohöl frisch ist, ist es viel dünnflüssiger. Aber das hier hat fast die Konsistenz von Plastik."

Vor der Stadt Aracajú wird Öl gefördert, am Horizont sind Bohrinseln zu sehen. Doch dort kann das Öl nicht ausgetreten sein, sagen die Ölkonzerne. Die Umweltbehörde IBAMA bestätigt das: Eine chemische Analyse der Ölklumpen soll zeigen, dass das Öl nicht in Brasilien gefördert wurde.

Notstand ausgerufen

Auch Paulo Amilcar, der Leiter der Umweltbehörde in Aracajú, ist an den Strand gekommen. "Das ist ein nationales Problem. Wir wussten, dass es irgendwann auch hierher zu uns kommen würde. Aber seit dem 3. Oktober ist es hier außer Kontrolle", sagt er. "Strände, die sauber waren, sind plötzlich verschmutzt." Er könne im Moment keine Vorhersagen treffen, aber wenn es so weitergehe, werde er im Bundesstaat Sergipe den Notstand ausrufen müssen.

Genau das ist inzwischen geschehen. Die Ölpest betrifft aber nicht nur Sergipe, sondern die gesamte Nordost-Küste von Brasilien. In Fortaleza, 1.000 Kilometer weiter im Norden, mussten fast alle Strände gesperrt werden. Und inzwischen hat das Öl auch weiter im Süden die Küsten von Bahia erreicht. Das sind etwa 2.000 Kilometer Küstenlinie.

Tote Tiere angespült

Nach wie vor ist die Herkunft des Öls nicht geklärt. Es gibt keinen geschlossenen Ölteppich, sondern mehr als 100 kleinere Ölteppiche, die sich über die Küsten Brasiliens verteilen. Die Tierwelt leidet darunter. Zuletzt wurden schon einige tote Schildkröten, Wasservögel und ein toter Delfin angespült.