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Brandenburg: Mädchen soll jahrelang ohne Tageslicht gelebt haben | BR24

© picture alliance / Wolfram Steinberg

Schild mit Aufschrift "Jugendamt"

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    Brandenburg: Mädchen soll jahrelang ohne Tageslicht gelebt haben

    Ein fünfjähriges Mädchen soll in Eberswalde über lange Zeit extrem vernachlässigt worden sein. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Das Kind soll zwei Jahre völlig auf sich allein gestellt gewesen sein.

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    Ein fünfjähriges Mädchen soll im brandenburgischen Eberswalde über lange Zeit extrem vernachlässigt und ohne Tageslicht in einer Wohnung alleine gelassen worden sein. Das berichtete die "Märkische Oderzeitung" (MOZ). Nun hat sich die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) eingeschaltet und prüft den Fall. "Wir haben aufgrund der Presseberichterstattung ein Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagte Staatsanwalt Ingo Kechichian.

    Jugendamt bringt Mädchen in Klinik

    Das Mädchen sei in der Weihnachtszeit wegen seines gesundheitlich angegriffenen Zustands in eine Klinik in Bernau bei Berlin gekommen. Die Einweisung sei unter Mitwirkung des Jugendamtes erfolgt, sagte die Sozialdezernentin des Kreises Barnim, Yvonne Dankert. Die beiden älteren Geschwister des Mädchen nahm das Jugendamt in Obhut, so die MOZ.

    Behörden durch Pressebericht alarmiert

    Ermittelt werde wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen gegen die Eltern. Polizeisprecher Stefan Möhwald ergänzte: "Wir ermitteln als Polizei nun von Amts wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht." Bisher bezögen sowohl Staatsanwaltschaft als auch Polizei alle Informationen aus der Presse, hieß es in der MOZ.

    Landkreis hält sich bisher bedeckt

    Der zuständige Landkreis Barnim wollte sich noch am Montag zu dem Fall äußern. "Bei uns sitzen die Verantwortlichen zusammen", sagte Kreissprecher Oliver Köhler. Das Brandenburger Jugendministerium forderte den Kreis zu einer Stellungnahme auf. Bei solch einer Straftat hätten Staatsanwaltschaft und Polizei informiert werden müssen, sagte Ministeriumssprecherin Antje Grabley.

    In Brandenburg wurden 1947 Kinder im Jahr 2018 in Obhut genommen - davon 85 Prozent wegen einer Gefährdung.

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