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Brand in Krefelder Affenhaus: Verantwortliche sind gefunden | BR24

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Zwei Tage nach dem verheerenden Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos, stellen sich die Fragen der Konsequenzen: Wie trifft der Verlust der Tiere die Affen-Zucht? Lassen sich derartige Brände verhindern?

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Brand in Krefelder Affenhaus: Verantwortliche sind gefunden

Nach dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo, bei dem in der Silvesternacht mehr als 30 Tiere starben, haben die Ermittler die Verursacher identifiziert. Sie hatten sich gestern bei der Polizei gemeldet.

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Wie Kriminalhauptkommissar Gerd Hoppmann erklärte, hätten die Verursacher sich selbst bei der Polizei gemeldet, nachdem sie die gestrige Pressekonferenz zum dem Brand gesehen hätten. Sie wirkten wie "normal-bürgerliche und verantwortungsbewusste" Menschen. Sie hätten die Himmelslaternen im Internet bestellt, das Verbot sei ihnen nicht bekannt gewesen - und es sei auch auf der Packung nicht ersichtlich gewesen. Der Polizeisprecher zollte den Verursachern Respekt für ihren Mut, sich bei der Polizei zu melden.

Mutter und Töchter sind wohl verantwortlich für Feuer

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um drei Krefelderinnen zwischen 30 und 60 Jahren, konkret um eine Mutter und ihre beiden erwachsenen Töchter. Sie hatten in der Silvesternacht fünf Himmelslaternen mit Neujahrs-Wünschen steigen lassen. Nun wird wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen sie ermittelt.

Bei Himmelslaternen handelt es sich um chinesische Feuerwerkskörper aus dünnem Seidenpapier, die durch eine Kerze erwärmt werden und dadurch über weite Strecken fliegen können. In Asien werden sie zu verschiedenen Anlässen als Glücksbringer in den Himmel geschickt, in Deutschland sind sie wegen der Brandgefahr, die von ihnen ausgeht, verboten.

Zeugen hatten solche Himmelslaternen kurz vor der Katastrophe über dem Krefelder Zoo gesehen, zudem wurden Überreste im abgebrannten Affenhaus gefunden.

Die Laternen gelten als wahrscheinliche Ursache für das Feuer. Der Polizei zufolge wird das aber noch genau geprüft, um andere Ursachen auszuschließen. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass der Fall weitgehend aufgeklärt ist.

Ältester Zuchtgorilla Europas starb in den Flammen

Bei dem Brand kamen mehr als 30 Affen, Vögel und Flughunde ums Leben, unter ihnen etwa fünf Borneo-Orang-Utans, ein westafrikanischer Schimpanse und zwei Flachlandgorillas. Einer von ihnen war der 48-jährige Massa, Europas ältester Zuchtgorilla. Zwei Schimpansen überlebten das Feuer leichtverletzt, auch eine siebenköpfige Gorillafamilie in einem angrenzenden Gehege blieb verschont.

Die Überreste des Affenhauses werden einer Zoosprecherin zufolge nach dem Ende der Ermittlungen abgerissen, es werde aber ein neues gebaut.

Ein Vertreter der Feuerwehr sagte, man sei überrascht gewesen, wie schnell das Dach des Affenhauses gebrannt habe. Sprinkler- oder Brandmeldeanlagen habe es nicht gegeben, diese seien beim Bau des Hauses 1975 aber auch nicht vorgeschrieben gewesen.

Zoo öffnet voraussichtlich am Freitag wieder

Auch am zweiten Tag nach dem Großbrand im Affenhaus ist die Bestürzung groß. Zahlreiche Trauernde legten vor dem Zoo Kerzen, Blumen und kleine Plüsch-Affen nieder. Der Zoo bleibt auch am Donnerstag geschlossen.