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Brand in Krefelder Affenhaus: Mögliche Verursacher melden sich | BR24

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In der Silvesternacht ist das Affenhaus des Krefelder Zoos abgebrannt - mutmaßlich wegen verbotener Himmelslaternen. 30 Tiere kamen ums Leben. Nun haben sich die möglichen Verursacher gemeldet.

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Brand in Krefelder Affenhaus: Mögliche Verursacher melden sich

In der Silvesternacht ist das Affenhaus des Krefelder Zoos abgebrannt - mutmaßlich wegen verbotener Himmelslaternen. 30 Tiere kamen ums Leben. Nun haben sich die möglichen Verursacher gemeldet. Der Zoo sammelt derweil Spenden zum Wiederaufbau.

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Nach dem verheerenden Feuer im Krefelder Zoo mit etlichen toten Menschenaffen haben sich mögliche Verursacher bei der Polizei gemeldet.

Wie die Polizei mitteilte, sind die Personen bereits vernommen worden, ihre Angaben werden nun überprüft. Da dies einige Zeit dauere, gebe es am Mittwoch keine weiteren Informationen zu den Tatumständen und den Verdächtigen.

Kurz nach Mitternacht ging in der Silvesternacht der Alarm bei der Feuerwehr ein. Als die Einsatzkräfte am Zoo ankamen, stand das Affenhaus im Krefelder Zoo bereits in Flammen. Mehr als 30 Tiere kamen ums Leben, darunter Schimpansen, Orang-Utans, Gorillas, Flughunde und Vögel. Zwei Schimpansen konnten leicht verletzt gerettet werden, auch eine siebenköpfige Gorillafamilie in einem angrenzenden Gehege blieb verschont.

Himmelslaternen haben wohl den Brand ausgelöst

Als Brandursache vermuten die Ermittler sogenannte Himmelslaternen. Das sind Lampions aus Papier, in denen die Luft mit einer Kerze erwärmt wird und die dadurch weite Strecken fliegen können. In Asien lassen die Menschen sie zu verschiedenen Anlässen als Glücksbringer aufsteigen. In Deutschland sind sie fast überall verboten, wegen der Brandgefahr, die von ihnen ausgeht.

Zeugen hatten kurz vor dem Unglück solche Feuerwerkskörper über dem Zoo gesehen, zudem fanden die Ermittler Überreste von Himmelslaternen mit handgeschriebenen Neujahrsgrüßen in den Trümmern des Affenhauses.

Fahnen des Zoos auf halbmast

Unter Tränen stellten vor dem Eingang am Mittag zahlreiche Menschen Fotos von Affen auf - bis zum Nachmittag war es eine große Menge von Blumen, Kerzen und Stofftieren. Dazu platzierten Zoofreunde Schilder mit Aufschriften wie "Warum" oder "Gestorben für euer Silvestervergnügen". Die Fahnen des Zoos hingen auf halbmast. Auch Notfallseelsorger waren vor Ort. Am Neujahrstag blieb der Tierpark wegen des Unglücks geschlossen: "Unsere Mitarbeiter stehen unter Schock", erklärte der Zoo und warb um Verständnis. Auch am Donnerstag werde man nicht öffnen.

Spendenaufruf zum Wiederaufbau

Der Krefelder Zoo bedankte sich bei allen "für die überwältigende Welle an Mitgefühl und Hilfsangeboten, die uns auf allen Kanälen erreichen" - auch in den sozialen Medien. Gleichzeitig kündigte der Zoo an, ein neues Affenhaus bauen zu wollen und rief zu Spenden auf:

Laut einer Sprecherin waren unter den toten Tieren auch kleinere Affen wie goldene Löwenäffchen und Zwergseidenäffchen sowie Flughunde und Vögel. Die überlebende junge siebenköpfige Gorillafamilie aus dem Gehege neben dem Affenhaus hätte am Tag nach dem Brand normal gefressen, sagte eine Mitarbeiterin.