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Brände legen australische Hauptstadt Canberra lahm | BR24

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Buschbrände in Australien - Kritik am Premier wächst

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Brände legen australische Hauptstadt Canberra lahm

Wegen der Buschbrände ist das öffentliche Leben in der australischen Hauptstadt Canberra lahmgelegt. Die Luft ist gefährlich verschmutzt. Bewohner wurden aufgerufen, drinnen zu bleiben. Unterdessen wächst die Kritik an Premier Morrison.

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Die Buschbrände in Australien rauben den Menschen in den betroffenen Gebieten weiter den Atem. In der Hauptstadt Canberra war die Luft durch den Rauch gefährlich verschmutzt. Die Stadtregierung rief die Menschen dazu auf, drinnen zu bleiben. Einige Flüge wurden gestrichen. Museen, Geschäfte und Universitäten blieben geschlossen. Das Innenministerium forderte seine Mitarbeiter auf, für 48 Stunden zu Hause zu bleiben. An der Südostküste gab es Regen, was den Kampf der Feuerwehr etwas erleichterte.

Milliardenhilfen zugesagt

Unterdessen sagte die australische Regierung den von Buschbränden geplagten Gebieten weitere Milliardenhilfen für den Wiederaufbau zu. Man werde jeglichen Preis bezahlen, um die betroffenen Gemeinden zu unterstützen, sagte Premierminister Scott Morrison.

"Die Feuer brennen immer noch. Und sie werden in den kommenden Monaten noch brennen." Premierminister Scott Morrison

Daher stelle die Regierung zusätzlich zwei Milliarden australische Dollar (1,3 Milliarden Euro) bereit. Bisher hat sie zig Millionen Dollar zugesagt. Morrison steht massiv in der Kritik - nicht zuletzt, weil er nach Ausbruch der Brände mit seiner Familie Urlaub in Hawaii machte. Die staatliche Unterstützung bei der Brandbekämpfung verlief in den Augen vieler Australier zu schleppend. Die Feuerwehr kritisierte das Krisenmanagement und die schlechte Kommunikation.

Reservisten unterstützen Feuerwehr

Inzwischen sind im Kampf gegen die Flammen tausende Reservisten der Armee im Einsatz. Sie wurden in drei Bundesstaaten im Osten des Landes stationiert, um die Feuerwehr zu unterstützen. Die Reservisten sollen dabei helfen, die Stromversorgung wiederherzustellen und die Menschen mit Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff zu versorgen. Die Regierung hatte am Wochenende rund 3.000 Reservisten mobilisiert - es war die größte Zwangseinberufung in der Geschichte des Landes.

Brände auch Thema in Hollywood

Auch bei den Golden Globes in Los Angeles waren die verheerenden Buschbrände ein Thema: An die aktuelle Klimadebatte erinnerte der australische Schauspieler Russell Crowe. Weil er seinen Preis für die beste männliche Hauptrolle in einer Miniserie für seine Leistung in "The Loudest Voice" nicht persönlich entgegennahm, verlas Jennifer Aniston in seinem Namen eine Stellungnahme.

"Macht euch nichts vor, die Tragödie, die sich in Australien abspielt, fußt auf dem Klimawandel." Stellungnahme von Russell Crowe

Er wünsche sich "Respekt für unseren Planeten, für den wunderbaren Ort, der er ist. So haben wir alle eine Zukunft." Crowes Kollegin Cate Blanchett lenkte in ihrer Rede den Blick auf die harte Arbeit der Feuerwehrleute. "Wenn ein Land vor einer Klima-Katastrophe steht, stehen wir alle vor einer Klima-Katastrophe", so Blanchett.

Noch 180 Feuer

Eine Entwarnung ist nicht in Sicht. In den Bundesstaaten New South Wales und Victoria lodern noch mehr als 180 Feuer. Einige Gebiete sind weiter abgeschnitten. Seit Beginn der Brände im Oktober sind landesweit 24 Menschen ums Leben gekommen. Tausende Häuser wurden zerstört. Sieben Millionen Hektar brannten nieder - das ist ungefähr ein Fünftel der Fläche Deutschlands.

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In Australien hat es ein wenig geregnet. Aber der Niederschlag reicht bei weitem nicht aus, um die Buschbrände einzudämmen. Die Regierung ist unter Druck und sagte Milliardenhilfen für den Wiederaufbau zu.