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Brände in Brasilien: Löschflugzeuge über dem Regenwald | BR24

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Nach internationaler Kritik hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro die Armee in die Brandgebiete beordert. Zwei Löschflugzeuge sind offenbar bereits im Einsatz. Zudem wird wegen des "Tag des Feuers" ermittelt.

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Brände in Brasilien: Löschflugzeuge über dem Regenwald

Nach internationaler Kritik hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro die Armee in die Brandgebiete beordert. Zwei Löschflugzeuge sind offenbar bereits im Einsatz. Zudem wird wegen des "Tag des Feuers" ermittelt.

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In Brasilien werden nun auch Soldaten gegen die verheerenden Feuer im Regenwald eingesetzt. Ein vom Verteidigungsministerium veröffentlichtes Video zeigt eine Transportmaschine, die Wasser über Wäldern des Bundesstaates Rondonia abwirft.

Nach Angaben des Büros von Präsident Jair Bolsonaro wurden derartige Armeeeinsätze in bislang sieben Bundesstaaten genehmigt, nachdem deren Regierungen entsprechende Hilfe beantragt hatten. Am Sonntag beantragte auch der Bundesstaat Amazonas Unterstützung durch die Streitkräfte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Agencia Brasil berichtete. Zuvor hatten dies bereits Rondonia, Roraima, Para, Tocantins, Acre und Mato Grosso getan.

Löschflugzeuge und zusätzliche Feuerwehrleute

Zwei Löschflugzeuge werden nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Rondonia eingesetzt. Darüber hinaus stehen Zehntausende Soldaten bereit. Es gibt noch keine Einzelheiten darüber, wo und ob sie eingesetzt werden.

Am Sonntag wurden zudem Feuerwehrleute der Streitkräfte nach Rondonia verlegt. Die Einheit sei speziell für die Bekämpfung von Waldbränden ausgebildet und solle die lokalen Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten unterstützen, so das Ministerium.

Ermittlungen nach "Tag des Feuers"

Angesichts der verheerenden Brände im Amazonasgebiet ermittelt die Polizei nun gegen die Organisatoren des sogenannten "Tag des Feuers".

"Kriminelle Brandstiftung im Amazonasgebiet wird hart bestraft." Sergio Moro, brasilianischer Justizminister

Zuvor hatte die Zeitschrift "Globo Rural" berichtet, dass sich im Bundesstaat Para mehr als 70 Personen in einer WhatsApp-Gruppe dazu verabredet hatten, große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand zu stecken. Ziel der koordinierten Aktion sei gewesen, den rechten Präsidenten bei seinem Plan zu unterstützen, die Umweltkontrollen zu lockern, hieß es in dem Bericht.

Der Hunger nach neuen Weideflächen

In Brasilien nahm seit Januar die Zahl der Feuer und Brandrodungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79.000 Brände registriert.

Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brennt es. Umweltschützer werfen Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Landwirte zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Präsident machte immer wieder deutlich, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichen Potenzial verbindet.

Angesichts des Flammeninfernos wollten auch die großen Industriestaaten nun rasche Hilfe anbieten. Mit den Ländern der Region in Südamerika werde Kontakt aufgenommen, sagte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron beim G7-Gipfel in Biarritz. Es gehe um "technische und finanzielle Mittel". Zudem solle es auch Unterstützung bei der Aufforstung geben.

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Angesichts verheerender Waldbrände sind in Brasilien zahlreiche Menschen auf die Straßen gegangen.