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Brände im Regenwald: Brasiliens Staatsanwaltschaft ermittelt | BR24

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Im brasilianischen Amazonasgebiet wüten derzeit die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Brasilianische Staatsanwälte haben Ermittlungen aufgenommen. Denn die Bauern hatten schon vorab einen "Tag des Feuers" angekündigt.

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Brände im Regenwald: Brasiliens Staatsanwaltschaft ermittelt

Angesichts der verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald in Brasilien hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Präsident Bolsonaro warf internationalen Kritikern eine "kolonialistische Mentalität" vor.

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Angesichts der verheerenden Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Im Bundesstaat Pará solle geprüft werden, warum der von Bauern angekündigte "Tag des Feuers" vor einer Woche nicht verhindert wurde, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Medienberichten zufolge hatten Farmer im Südwesten von Pará zuletzt in einer koordinierten Aktion große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand gesteckt, um Platz für neue Weideflächen zu schaffen.

Schwerste Waldbrände seit Jahren

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu, wie die Zeitung "Folha de S. Paulo" berichtet. Insgesamt wurden demnach 72.843 Brände registriert. In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brechen immer wieder Feuer aus.

Bolsonaro geht internationale Kritiker scharf an

Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro hat unterdessen den französischen Präsidenten Emmanuel Macron wegen dessen Äußerungen zu den Amazonas-Waldbränden scharf kritisiert. Bolsonaro warf Macron im Kurzbotschaftendienst Twitter eine "kolonialistische Mentalität" vor, weil er beim G7-Gipfel in Biarritz über die Feuer sprechen wolle, ohne dass die Länder der Amazonas-Region dabei seien. Der ultrarechte Präsident beschuldigte Macron zudem, eine "innere" Angelegenheit Brasiliens und anderer Staaten im Amazonasgebiet "instrumentalisieren" zu wollen, um "persönlichen politischen Profit" daraus zu schlagen. Macrons "sensationsgieriger Ton" trage nicht zur Lösung des Problems bei, schrieb Bolsonaro.

Der französische Präsident hatte die schweren Waldbrände im Amazonasgebiet am Donnerstag als "internationale Krise" bezeichnet. Er kündigte an, mit den anderen G7-Mitgliedern beim Gipfel in Biarritz am Wochenende "über diesen Notfall" zu sprechen.

Brasilien hat nicht genug Ressourcen für Brandlöschung

Bolsonaro räumte zugleich aber ein, dass die massiven Waldbrände im Amazonas möglicherweise illegal von Landwirten gelegt wurden. Zudem gab er zu, dass Brasilien nicht über die Mittel verfüge, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Das Amazonas-Gebiet sei größer als Europa, sagte er. "Wir haben nicht die Ressourcen dafür."

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Angesichts der verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald in Brasilien hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Präsident Bolsonaro warf internationalen Kritikern eine "kolonialistische Mentalität" vor.