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Teil-Lockdown verlängert und verschärft - Ausnahme Weihnachten | BR24

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Bund und Länder haben eine Verlängerung des Teil-Lockdowns bis mindestens 20. Dezember beschlossen. Bundeskanzlerin Merkel erklärte, die bisherigen Maßnahmen hätten nur einen Teilerfolg gebracht. Deshalb gibt es auch einige Verschärfungen

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Teil-Lockdown verlängert und verschärft - Ausnahme Weihnachten

Erst die Kontakte weiter reduzieren, dann an Weihnachten lockern, Gastronomie bleibt weiter zu: Bund und Länder haben sich auf neue Corona-Beschlüsse geeinigt. Notwendig sei noch einmal eine "Kraftanstrengung" gegen das Virus, so Kanzlerin Merkel.

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  • BR24 Redaktion

Nach mehr als siebenstündigen Beratungen haben Bund und Länder eine Verlängerung des Teil-Lockdowns bis mindestens 20. Dezember beschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, der exponentielle Anstieg der Infektionszahlen sei zwar gebrochen worden. "Aber das ist nur ein Teilerfolg. Wir können uns mit diesem Teilerfolg auf gar keinen Fall begnügen", betonte sie. Es brauche "noch einmal eine Kraftanstrengung" im Kampf gegen das Coronavirus.

Weniger Kontakte

Deshalb seien Verschärfungen nötig, auf die sich Bund und Länder verständigt haben. So wird der geltende Teil-Lockdown zunächst bis 20. Dezember verlängert. Damit bleiben Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen für weitere vier Wochen geschlossen. Dies werde erneut bis Anfang Januar verlängert werden müssen, so die Kanzlerin. Es sei nicht damit zu rechnen, dass sich die Infektionskurve schnell genug abflache für Öffnungen.

Außerdem werden die Kontaktregeln verschärft. Ab 1. Dezember dürfen sich nur noch maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen - Kinder bis 14 Jahre nicht eingerechnet. Auch im Handel sollen die Kontakte reduziert werden. In größeren Geschäften mit einer Verkaufsfläche ab 801 Quadratmetern insgesamt wie Kaufhäusern darf sich nur noch eine Person pro 20 Quadratmetern aufhalten.

Hotspot-Strategie beschlossen

Bei besonders extremen Infektionslagen, bei einem Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, sollen diese Maßnahmen noch weiter verschärft werden. Das betrifft derzeit Berlin und 62 weitere Landkreise. Hier nannte die Kanzlerin eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine weitere Reduzierung der Kontakte und Konsequenzen für Schulen. Ab der 8. Klasse soll dann ein hybrider Unterricht oder Wechselunterricht umgesetzt werden.

Weihnachten mit der Familie feiern

Über Weihnachten werden die strengen Kontaktbeschränkungen allerdings vorübergehend gelockert. Vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar dürfen sich maximal zehn Personen treffen, Kinder bis 14 Jahre fallen nicht unter die Regelung. So werden Weihnachtsfeiern im Kreis der Familie möglich. Gottesdienste mit vielen Menschen seien aber nicht denkbar, so die Kanzlerin.

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In Berlin haben die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder eine neue Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschlossen. BR-Reporter Achim Wendler geht davon aus, dass Bayern die geplanten Maßnahmen teilweise verschärfen wird.

Söder: Ferien dürfen kein Rückschlag werden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rief dazu auf, sich über Weihnachten trotzdem nur im kleinen Kreis zu treffen, an Silvester "nicht die große Party" zu feiern und auf unnötige Reisen - insbesondere Skiurlaub - zu verzichten. Er wolle nicht den Spaß und die Freude am Skifahren verderben - aber er könne sich etwa das massenhafte Anstehen an Liften und Gondeln eben nicht vorstellen. Söder hatte im Vorfeld gefordert, EU-weit Skigebiete erst nach den Weihnachtsferien zu öffnen. Der Bund werde sich darum bemühen, sagte Kanzlerin Merkel. Sie machte aber keine große Hoffnung, dass dieser umstrittene Vorstoß Erfolg haben werde.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich zufrieden mit den Verhandlungen. Was etwa Skiurlaube betrifft, bleibt er aber hart. Er appellierte an die Menschen, in den Weihnachtsferien nicht zu verreisen.

Auch Söder betonte, dass der Teil-Lockdown nicht erfolgreich genug war. Daher müsse er verlängert und vertieft werden. Die Konsequenzen seien sonst drastisch: "Wenn wir nichts tun würden und das Level von jetzt behalten, dann hätten wir jeden Tag 200 Verstorbene - das wären 6.000 Menschen, die Weihnachten nicht erleben." Die Weihnachtsferien dürften nicht zu einem Rückschlag bei der Pandemiebekämpfung führen. Söder appellierte an alle, beim gemeinsamen Kampf gegen das Coronavirus mitzuziehen: "Jeder kann helfen, wirklich jeder."

Müller: Es geht und Leben und Tod

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) machte klar: "Die Lage ist ernst." In Berlin sei inzwischen ein Viertel der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Auch er rief zu Vernunft und Verantwortung auf. "Wir sind in einer Situation, wo es wirklich auch in vielen Bereichen um Leben und Tod geht." Angesichts der hohen Todesziffern sagte der SPD-Politiker: "Hinter jeder einzelnen Zahl verbergen sich menschliche Einzelschicksale und Tragödien."

Neuer Höchstwert bei Todesfällen

Derzeit steigen die Corona-Zahlen in Deutschland zwar langsamer, sie sinken aber nicht stark genug. Das Robert-Koch-Institut meldet binnen 24 Stunden 18.633 neue Fälle. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 410 auf einen neuen Höchstwert.

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