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Spahn ist offen für kürzere Quarantäne | BR24

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Die EU-Mitgliedsstaaten wollen ihre Corona-Regelungen jetzt vereinheitlichen. Das erklärte Bundesgesundheitsminister Spahn nach einer Konferenz mit seinen EU-Kollegen.

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Spahn ist offen für kürzere Quarantäne

Die EU will die Quarantäne von Rückkehrern aus Risikogebieten begrenzen - von 14 Tagen auf etwa nur noch zehn Tage. Das haben die EU-Gesundheitsminister vereinbart. Gesundheitsminister Spahn hält es für denkbar, dass Berlin die Regel übernimmt.

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Von
  • Kira Sophie Lorenz

Europa sei gemeinsam stärker - das hat Jens Spahn nach dem Treffen mit den EU-Gesundheitsministern immer wieder betont. Deswegen haben man bei der Videokonferenz nach einer gemeinsamen Linie im Kampf gegen das Coronavirus gesucht.

Es habe sich gezeigt, dass die Mitgliedstaaten der EU dabei vor denselben Fragen stehen, wie etwa bei Quarantäneregelungen oder der Beschaffung eines Impfstoffes. An der Konferenz teilgenommen hatten neben den EU-Gesundheitsministern auch Vertreter des Europäischen Zentrums für Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA).

Alle 27 EU-Staaten sollen Corona-Impfstoff gleichzeitig erhalten

Bei der Verteilung eines Impfstoffes planen die EU-Gesundheitsminister einen gemeinsamen Weg zu gehen. Laut Spahn sei man sich einig gewesen, dass alle 27 Staaten fair und auch gleichzeitig Zugang zu einem Impfstoff haben sollen. "Nicht jeder kauft für sich, sondern wir machen das zusammen mit der Europäischen Kommission", erklärte der Minister das Vorgehen.

Kleinere EU-Mitgliedstaaten, die es bei einer ersten Versorgung schwierig haben könnten, sollten dadurch nicht benachteiligt werden. "Das macht Europa und die Europäische Kommission aus", begründete der Bundesgesundheitsminister die Entscheidung.

Impfstoffbudget soll innerhalb der EU ausgeweitet werden

Außerdem wollen die EU-Gesundheitsminister die Vorbereitungen für die Zulassung eines Impfstoffes auch finanziell verstärkt unterstützen. Laut Spahn seien sich die Amtskollegen einig, das Impfstoffbudget um 750 Millionen Euro aufzustocken. Deutschland sei bereit, hier seinen Anteil zu tragen, so Spahn.

Ziel dabei sei es, die Vorfinanzierung von Produktion und Entwicklung eines Impfstoffes sicherzustellen zu können. Somit solle, wenn es zu einer Zulassung kommt, die Versorgung zügig voranschreiten können, erklärte er das Vorgehen. Im EU-Haushalt sind dafür schon 2,15 Milliarden Euro reserviert. Um nicht allein von einem Anbieter abhängig zu sein, seien bereits einzelne Verträge für die Impfstoffentwicklung beschlossen, weitere "unterschriftsreif", so Spahn.

Verkürzung der Quarantäne auf zehn Tage

Einen gemeinsamen Weg versuchten die EU-Gesundheitsminister auch für Regelungen bei Rückkehrern aus Risikogebieten zu finden. Europaweit unterschiedliche Ansätze würden dabei "nur für Verunsicherung und für Probleme in den Grenzregionen" sorgen, erklärte Spahn den Ansatz.

Die EU-Ressortchefs hätten sich deswegen bei dem Treffen auf eine Verkürzung der Quarantänezeit von 14 auf mindestens zehn Tage verständigt. Trotz der vermeintlichen Einigung: Einzelne Mitgliedstaaten wollen sich die Möglichkeit erhalten, eine längere Quarantäne vorzuschreiben. Spahn erklärte, er könne sich gut vorstellen, die Zehn-Tage-Regelung auch in Deutschland aufzugreifen.

Diskutiert werden soll noch die Regelung, ob mit einem negativen Corona-Test-Ergebnis nach fünf Tagen auch europaweit die Isolation frühzeitig aufgehoben werden kann. Dies sei noch nicht entschieden, erklärte Spahn. In Deutschland hingegen soll dieser Ansatz möglichst schon ab Oktober gelten. Darauf hatten sich Ende August Bund und Länder bei einer Videokonferenz verständigt.

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Die EU-Mitgliedsstaaten wollen ihre Corona-Reise-Regelungen nun vereinheitlichen. Das erklärte Bundesgesundheitsminister Spahn nach einer Konferenz mit seinen EU-Kollegen

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