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Ostermesse: Papst ruft zu Frieden und Zusammenhalt auf | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Filippo Monteforte

Seinen österlichen Segensspruch "Urbi et Orbi" hat Papst Franziskus genutzt, gegen Kriege und das Wettrüsten in aller Welt zu wettern.

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Ostermesse: Papst ruft zu Frieden und Zusammenhalt auf

Auf der ganzen Welt feiern Christen heute Ostern. Papst Franziskus zelebrierte die Messe im Petersdom in Rom und spendete den Segen "Urbi et Orbi". In seiner Osterbotschaft rief Franziskus zu Frieden und internationalem Zusammenhalt auf.

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Von
  • Martin Jarde
  • BR24 Redaktion

In seiner Osterbotschaft warnte Papst Franziskus vor einem Rüstungswettlauf, der trotz der Corona-Pandemie weiter bestehe. Die Pandemie sei immer noch in vollem Gange. Die soziale und wirtschaftliche Krise sei besonders für die Ärmsten sehr schwer, sagte der Papst.

"Trotzdem - und das ist skandalös - nehmen die bewaffneten Konflikte kein Ende und die militärischen Arsenale werden verstärkt", kritisierte Papst Franziskus. Er rief zu Frieden und internationalem Zusammenhalt auf. Die Auferstehung Jesu könne "inmitten dieser komplexen Realität" Hoffnung schenken, so das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Papst: Vor allem Arme benötigen Hilfe

Franziskus erbat Trost und Unterstützung für alle, die weiterhin unter den Folgen der Pandemie leiden. Vor allem die Armen benötigten Hilfe. Die internationale Gemeinschaft müsse Verzögerungen bei der Impfstoffversorgung überwinden und für eine solidarische Verteilung sorgen. Franziskus sprach zahlreiche Konfliktregionen der Welt direkt an: In Myanmar wüssten die friedlichen Anhänger der Demokratiebewegung, dass "Hass nur durch Liebe vertrieben werden kann".

Gegen Krieg - für mehr Verständigung

Libanon und Jordanien lobte der Papst für die "großzügige" Aufnahme vieler Flüchtlinge aus Syrien. Das "Getöse der Waffen" in dem Bürgerkriegsland müsse endlich aufhören. Das gelte auch für den Jemen, wo die Ereignisse von einem "skandalösen Schweigen umhüllt" seien. Der 84-Jährige warb für eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern, prangerte Gewalt und Terror in Afrika an, forderte friedliche Lösungen für Libyen, die Ostukraine, Berg-Karabach. Sämtliche beteiligten Parteien sollten sich "effektiv dafür einsetzen", all diese Konflikte zu beenden. Mit Gottes Hilfe sei es möglich, die "Mentalität des Krieges" zu überwinden.

Zum Ende seiner Ansprache griff der Papst den Welttag gegen Antipersonenminen auf, der jährlich am 4. April begangen wird. "Diese heimtückischen und schrecklichen Sprengkörper töten oder verstümmeln jedes Jahr viele unschuldige Menschen", sagte er und mahnte: "Wie viel besser wäre eine Welt ohne diese Instrumente des Todes!"

Ostermesse in kleinem Rahmen

Papst Franziskus feierte wegen der Pandemie auch in diesem Jahr seine Messe zum Ostersonntag nur in kleinem Rahmen. Normalerweise begeht das katholische Kirchenoberhaupt das Fest der Auferstehung von Jesus Christus vor Zehntausenden Besuchern auf dem Petersplatz. Diesmal wurde der Gottesdienst wie bereits im Vorjahr während der ersten Corona-Welle in den Petersdom verlegt. Die vor der Pandemie üblichen Pilgerscharen fehlten. 170 TV-Sender übertrugen die päpstliche Ansprache weltweit.

Für den 84-jährigen Papst ist es das neunte Osterfest, das er im Vatikan als Oberhaupt von 1,3 Milliarden getaufter Katholiken feierte.

Segen "Urbi et Orbi"

Mit dem Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) erließ das Kirchenoberhaupt den Gläubigen die Strafen für bereute und gebeichtete Sünden. In der Regel wird dieser Segen außer zu Ostern nur zu Weihnachten und nach einer Papstwahl gesprochen.

Segen und Ablass gelten seit 1985 auch für alle Gläubigen, die die Zeremonie am Fernseher verfolgen. Für Radiohörer ist dies schon seit 1967 der Fall.

Impfung im Vatikan angelaufen

Im Gegensatz zu anderen Corona-Gebieten hat der Vatikan einen großen Vorteil. Anders als den meisten europäischen Ländern ist es dem Kleinstaat gelungen, sich rechtzeitig ein komfortables Impfstoff-Kontingent zu sichern. Franziskus selbst und viele seiner Mitarbeiter sind bereits geimpft. Sie können in diesem Jahr also etwas mehr Normalität wagen. Dementsprechend soll es an Ostern etwas feierlicher zugehen als 2020. Damals waren zu den Gottesdiensten des Papstes im Petersdom nur eine Handvoll Ordensfrauen, Geistliche und Laien zugelassen.

Italien: Strenge Reise- und Kontaktverbote über Ostern

In den vergangenen Tagen wurden auch die Riten zu Karwoche und Osternacht nur vor kleinen Gruppen von Gläubigen gefeiert. In ganz Italien gelten über Ostern strenge Reise- und Kontaktverbote. Die Regierung in Rom hatte das Mittelmeerland extra vom 3. bis 5. April zur Roten Zone erklärt, um Osterurlaube und Besuche bei entfernt lebenden Verwandten möglichst zu unterbinden. Ausländische Touristen sind kaum in der Stadt.

Der katholische Kirchenstaat in Rom richtet seine Corona-Schutzmaßnahmen stets stark nach den Vorgaben der italienischen Regierung. Das 60-Millionen-Einwohner-Land zählte seit Februar 2020 mehr als 110.000 Corona-Tote.

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Bildrechte: picture-alliance/dpa

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