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Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet nach den Gremiensitzungen seiner Partei in Berlin

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Kanzlerkandidatur: CDU-Gremien stellen sich hinter Laschet

CDU-Chef Laschet hat vom Präsidium und Vorstand seiner Partei Rückendeckung für seine angestrebte Kanzlerkandidatur bekommen. Nun drängt er auf eine rasche Klärung der K-Frage: "Alle wollen eine schnelle Entscheidung."

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Von
  • Petr Jerabek

Präsidium und Vorstand der CDU haben sich erwartungsgemäß für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen. Das Meinungsbild in beiden Gremien sei eindeutig, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in Berlin. "Es gibt eine breite Unterstützung für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten von CDU und CSU", betonte er.

Es gehe um die Fähigkeit zu führen, aber "auch um die Fähigkeit zusammenzuführen und ein Team anzuführen". Es gehe um die ganze Breite der Union, um die Modernisierung des Landes, um die Integrationskraft für die gesamte Gesellschaft: All dies verkörpere nach einhelliger Auffassung der CDU-Spitze am besten Armin Laschet. Die Gremien fassten laut Ziemiak keinen Beschluss, sondern ein klares Votum für Gespräche mit der CSU: Laschet sei gebeten worden, mit diesem Meinungsbild aus Präsidium und Vorstand mit CSU-Chef Markus Söder zu sprechen. Dieser hatte ebenfalls seine Bereitschaft bekundet, die Kanzlerkandidatur zu übernehmen.

Laschet: Alle wollen eine schnelle Entscheidung

Laschet betonte, er habe sich über die große Unterstützung in den Parteigremien "sehr gefreut". Eine Vorentscheidung über den Unions-Kanzlerkandidaten sei das noch nicht: "Es war ein Meinungsbild der CDU mit ihren 15 Landesverbänden." Jeder weitere Verfahrensschritt werde gemeinsam mit Söder und der CSU verabredet.

Laschet kündigte an, "recht bald, am heutigen Tag", das Gespräch mit CSU-Chef Söder zu suchen. Denn in den Gremien sei heute erkennbar gewesen: "Alle wollen eine schnelle Entscheidung." Der CDU-Chef betonte, alle Fakten lägen auf dem Tisch. Die aktuellen Probleme in Deutschland seien so groß, dass die Union sich nicht länger mit innerparteilichen Themen beschäftigen sollte, sondern mit den großen Aufgaben.

Thema der Beratungen waren laut Laschet auch aktuelle Umfragen - hier liegt Söder bei der Frage nach dem besseren Kanzlerkandidaten klar vor dem CDU-Chef. Laschet sagte dazu, Umfragen könnten sich innerhalb kürzester Zeit auch verändern. "Hier geht's um eine Grundsatzentscheidung der deutschen Politik." Die CDU sei bei inhaltlichen Fragen stets davon geprägt gewesen, "sich nicht von Umfragen leiten zu lassen".

CSU-Präsidium berät in Schaltkonferenz

Am Sonntag hatten sowohl Laschet als auch Söder sich zur Kanzlerkandidatur der Union bereiterklärt. Söder machte dies allerdings von der Unterstützung der CDU abhängig. Am Nachmittag berät auch noch das CSU-Präsidium über die Kanzlerkandidatur der Union. Laschet wollte zu seinen Erwartungen

  • Die anschließende Pressekonferenz zeigt BR24 ab 16.30 Uhr live.
  • Laschet wollte sich zur Präsidiumssitzung der CSU vorab nicht äußern: Er formuliere keine Erwartungen an ein CSU-Präsidium. "Es ist eine eigenständige Partei, die selbst ihre Entscheidungen fällen wird."

    Dobrindt und Aigner für Söder

    Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, sagte der "radioWelt" auf Bayern 2, Söder habe die besten Chancen, bei der Bundestagswahl im September erfolgreich zu sein. Es sei wichtig, mit einem möglichst großen Schub in den Bundeswahlkampf hineinzugehen. Dabei gehe es auch um die größtmögliche Unterstützung in der Bevölkerung - um die Mobilisierung des Wählerpotentials zu erreichen. "Ich glaube, dass das mit Markus Söder sehr, sehr gut gelingen kann."

    Die oberbayerische CSU-Bezirkschefin Ilse Aigner twitterte, die CSU stehe "selbstverständlich geschlossen" hinter Söder "und würde ebenso geschlossen für ihn kämpfen". Söder wäre ihrer Meinung nach ein hervorragender Kanzlerkandidat: "Mit ihm hätte die Union beste Chancen, stärkste Kraft in Deutschland zu bleiben & den nächsten Kanzler zu stellen."

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    Das CDU-Präsidium und -Vorstand stehen hinter einer Kanzlerkandidatur von Parteichef Laschet. Einen offiziellen Beschluss fällten die Gremienaber nicht. Laschet will noch heute mit CSU-Chef Söder sprechen.

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