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Boris Beckers Trophäen werden zwangsversteigert | BR24

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Vor einem Jahr konnte Boris Becker die Zwangsversteigerung seiner Trophäen noch stoppen. Doch nun kommen Pokale und persönliche Gegenstände des insolventen Tennisstars unter den Hammer, um Gläubiger auszuzahlen.

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Boris Beckers Trophäen werden zwangsversteigert

Vor einem Jahr konnte Boris Becker die Zwangsversteigerung seiner Trophäen noch stoppen. Doch nun kommen Pokale und persönliche Gegenstände des insolventen Tennisstars unter den Hammer, um Gläubiger auszuzahlen.

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Der Tennisschläger, mit dem Boris Becker 1988 in Dallas Stefan Edberg schlug. Die ziemlich ramponierten, aber von Becker handsignierten Tennisschuhe, mit denen er 1996 die Australian Open gewann. Aber auch die Goldene Kamera von 1989 und der Bambi, mit dem er 1985 als "Mann des Jahres" geehrt wurde. Der Silberpokal aus Flushing Meadows, als er das einzige Mal die US Open holte – 1989, mit einem Sieg über Ivan Lendl. Die 82 Erinnerungsstücke, die jetzt in London unter den Hammer kommen, sind das Bild einer großen Tenniskarriere.

Die Online-Versteigerung sollte eigentlich schon vor einem Jahr über die Bühne gehen. Auktionator Terry Madden berichtete damals von Interessenten aus aller Welt. "Das Interesse an den Erinnerungsstücken ist atemberaubend. Herr Becker ist eine Ikone, was auch immer er tut, erregt Interesse", erzählte Madden. Gebote habe es aus aller Welt gegeben, zum Beispiel aus Kanada, aus den Vereinigten Staaten, Australien, Singapur, Hongkong "und natürlich ganz viele aus Deutschland".

Insolvenzverwalter verfügt über Beckers Vermögen

Doch dann stoppten Beckers Anwälte die Auktion. Eine der vielen Wendungen in diesem schon lange andauernden Insolvenzverfahren: Ein Londoner Gericht hatte Becker vor zwei Jahren für bankrott erklärt, weil er den Forderungen aus einem Millionen-Kredit nicht nachgekommen war. Seitdem hat ein Insolvenzverwalter die Verfügungsgewalt über das Vermögen des deutschen Tennishelden.

Und dazu zählen eben auch die Trophäen und Erinnerungen aus seiner sportlichen Karriere. Sie sollen jetzt, mit einem Jahr Verzögerung, doch noch zu Geld gemacht werden. Ab heute kann man die einzelnen Erinnerungsstücke auf der Website des Auktionshauses ansehen. Bieten kann man bis zum 11. Juli – der Hammer fällt ausgerechnet dann, wenn Becker wieder in Wimbledon, in seinem selbsternannten "Wohnzimmer", arbeitet und für die BBC das Turnier kommentiert.

Auktionator fühlt mit Becker

Das Auktionshaus "Wyles Hardy" ist Spezialist für solche Zwangsversteigerungen. Madden sagte, man habe zum Beispiel die Yacht des Anlagebetrügers Bernard Madoff versteigert und das Mobiliar der Privatschule, die Lady Di besucht hatte.

Eigentlich ein trauriger Job. Der Insolvenzverwalter zwingt Becker, die Erinnerungen an seine größten Erfolge zu Geld zu machen. Das lässt auch den Auktionator nicht kalt.

"Bin ich ein Fan von Mister Becker? Ich denke ja. Mister Becker ist eine Sportlegende. Es ist traurig, das mit anzusehen, aber das ist Teil des Gerichtsverfahrens. Es ist traurig, aber es muss sein." Auktionator Terry Madden

Wichtigste Trophäe ist verschwunden

Die wichtigste Trophäe fehlt allerdings in dieser Auktion. Ausgerechnet der Pokal, der Boris Becker weltberühmt gemacht hat: der Wimbledon-Pokal von 1985. Der Leimener hatte damals völlig überraschend und als jüngster Spieler aller Zeiten das bedeutendste Tennisturnier der Welt gewonnen. Dieser Pokal wäre mit Abstand das wertvollste Stück der Auktion, aber er ist verschwunden. Der Insolvenzverwalter und der Auktionator haben ihn nicht auftreiben können.