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Bootsflüchtlinge auf "Ocean Viking" dürfen in Italien an Land | BR24

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Bootsflüchtlinge auf dem Rettungsschiff "Ocean Viking" dürfen in Italien an Land

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Bootsflüchtlinge auf "Ocean Viking" dürfen in Italien an Land

Die 82 Migranten auf dem Rettungsschiff "Ocean Viking" im Mittelmeer dürfen in Italien an Land. Das Schiff hat Anweisung bekommen, nach Lampedusa zu fahren.

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Für die Besatzung und die Migranten an Bord der "Ocean Viking" heißt es Aufatmen: Die koordinierende Seenotleitstelle in Rom wies das Rettungsschiff an, im Hafen der italienischen Insel Lampedusa anzulegen. Dieser wurde als sicherer Ort für die 82 Überlebenden der letzten beiden Rettungseinsätze bestimmt, schrieb die Hilfsorganisation SOS Méditerranée auf Twitter.

Ende einer Odyssee

Das von SOS Méditerranée und "Ärzte ohne Grenzen" betriebene Schiff hatte vor knapp einer Woche zunächst 50 Menschen gerettet. Im Laufe der Woche übernahm die "Ocean Viking" dann weitere Bootsflüchtlinge vom Schiff einer anderen Organisation. Die Menschen an Bord werden nach Deutschland und in vier weitere EU-Länder gebracht.

Der italienische UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi begrüßte die Entscheidung der italienischen Behörden. Es sei hoffentlich ein weiterer Schritt hin zu einem dringend benötigten, berechenbaren Ausschiffungsabkommen, das von einer Anzahl europäischer Länder unterstützt wird. Die neue italienische Regierung hatte angekündigt, die strikte Politik der geschlossenen Häfen ihrer Vorgängerregierung zu ändern - sollten europäische Länder sich verbindlich für die Aufnahme der Menschen bereiterklären.

Seehofer: Jeden vierten Bootsflüchtling aus Italien aufnehmen

Die Bundesregierung ist bereit, jeden vierten Flüchtling aufzunehmen, der aus Seenot gerettet wurde und in Italien gelandet ist. Das sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer der "Süddeutschen Zeitung". Die deutsche Migrationspolitik werde das nicht überfordern, so der CSU-Politiker.

Seehofer will allerdings darauf dringen, dass gerettete Migranten noch in Italien einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. Die ursprünglich von ihm gewünschte Regelung, wonach Flüchtlinge zunächst zu Ausschiffungsplattformen in Nordafrika gebracht werden sollten, um dort ihr Asylverfahren abzuwickeln, sei vorerst vom Tisch. Seehofer sagte: "Dazu braucht es ein bis zwei Länder in Nordafrika, die das befürworten. Die gibt es nicht."

Bisher ist es nur ein Vorschlag

Seehofer machte aber auch deutlich, dass noch nichts entschieden ist und die Gespräche noch laufen. Eine entsprechende Vereinbarung könnte kommende Woche beim Treffen der EU-Innenminister in Malta beschlossen werden.

Den Worten Seehofers zufolge ändert sich auch mit einer automatischen Regelung nicht viel. Die Bundesregierung habe auch bisher schon rund ein Viertel der aus dem Mittelmeer geretteten Menschen aus Italien übernommen. Seit September 2018 hat Deutschland 561 Bootsflüchtlinge aus Italien aufgenommen.

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Nach Tagen auf dem Mittelmeer darf das Rettungsschiff "Ocean Viking" den Hafen von Lampedusa anlaufen. Die mehr als 80 Migranten an Bord sollen auf fünf europäische Länder verteilt werden, unter ihnen Deutschland.