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Bolsonaro weist Kritik wegen Amazonas-Bränden zurück | BR24

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Kurswechsel in Brasilien - der rechtskonservative Staatschef Bolsonaro will nun die Streitkräfte gegen die Waldbrände im Amazonasgebiet einsetzen. Bisher hatte der Präsident die intensive Nutzung der Aamzonas-Region gefördert.

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Bolsonaro weist Kritik wegen Amazonas-Bränden zurück

Der Regenwald am Amazonas in Brasilien steht in Flammen - und Präsident Jair Bolsonaro im Zentrum der Kritik. Nun hat er sich an sein Volk gewandt und angekündigt, die Armee in den Kampf gegen die Flammen zu schicken.

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Der Amazonas in Flammen, die Welt ist bestürzt und Jair Bolsonaro im Zentrum der Kritik. "Ja zum Amazonas, Nein zu ihm!" rufen sie in Rio de Janeiro. "SOS Brasilien", steht auf den Plakaten, "es gibt keinen Plan B für das Klima." Tausende haben in Brasilien wie überall auf der Welt gegen die Amazonas-Politik von Präsident Jair Bolsonaro protestiert. Und Aktionen im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände gefordert.

Militär soll Waldbrände bekämpfen

Der internationale Druck scheint Brasiliens Präsident doch nicht so egal zu sein. In einem sehr viel gemäßigteren Ton richtete er sich am Freitagabend an seine Landsleute und kündigte an, hart gegen illegale Abholzung und Brandstiftung vorgehen zu wollen. Das Militär solle zur Unterstützung in die betroffenen Regionen geschickt werden.

"Wir werden hart daran arbeiten, die Brände in der Amazonas-Region zu bekämpfen. Aber man muss in dieser Angelegenheit ernsthaft sein. Die Verbreitung von Botschaften und Nachrichten ohne Fundament im In- und Ausland hilft nicht, das Problem zu lösen. Das hat nur politische Zwecke und trägt zur Desinformation bei." Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro

Waldbrände belasten Brasiliens Verhältnis zu Europa

Die verheerenden Waldbrände befeuern gleichzeitig einen Konflikt auf internationaler Bühne. In Europa wachsen die Zweifel an der Zuverlässigkeit Brasiliens als Partner. Besonders mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron liegt Bolsonaro über Kreuz. Der will, genau wie Irland, das Freihandelsabkommen auf Eis legen, das die EU mit dem Mercosur-Block abgeschlossen hat, dessen wichtigstes Mitglied Brasilien ist.

Bolsonaro erklärte nun, ohne Namen zu nennen, mehrere Industrieländer hätten ihre Verpflichtung aus dem Pariser Klimaabkommen nicht erfüllt – Brasilien dagegen sei Vorbild, und bleibe offen für den Dialog . Waldbrände gebe es auf der ganzen Welt. Das könne nicht als "Vorwand" für mögliche internationale Sanktionen dienen.

Agrarindustrie fürchtet um ihre Absatzmärkte

Fakt ist: Brasiliens Präsident ist auch im eigenen Land unter Druck geraten. Ausgerechnet bei denen, die heute Soja pflanzen und Rinder weiden lassen, wo früher Wald stand. Die großen landwirtschaftlichen Firmen fürchten um ihre Exportmärkte. Deren Vertreter bilden im brasilianischen Kongress die stärkste Interessensgruppe:

"Es ist nicht das Interesse unserer Produzenten, den Wald abzuholzen und so Misstrauen in unser Land zu generieren. Wir wollen Lösungen finden. Die internationale Stimmung in Bezug auf Brasilien verschlechtert sich. Und das könnte in Zukunft auch Probleme für unsere Exporte mit sich bringen." Rodrigo Maia, Präsident der Abgeordnetenkammer Brasiliens

Unterdessen haben Brasilien und der Mercosur am Freitag ein Freihandelsabkommen mit Norwegen, der Schweiz, Island und Liechtenstein abgeschlossen. Dazu eilte US-Präsident Donald Trump seinem Verbündeten in den Tropen wohl zu Hilfe: Bolsonaro schrieb auf Twitter, Trump habe ihm im Gespräch mitgeteilt, die Handelsaussichten beider Länder seien aufregend und die Beziehungen stark, vielleicht stärker denn je.

Die USA habe, wie zuvor schon Chile, Argentinien und Ecuador, Brasilien Hilfe angeboten - beim Kampf gegen die Brände im Amazonas-Regenwald.

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Der Regenwald am Amazonas in Brasilien steht in Flammen - und Präsident Jair Bolsonaro im Zentrum der Kritik. Nun hat er sich an sein Volk gewandt und angekündigt, die Armee in den Kampf gegen die Flammen zu schicken.