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Bolsonaro verbietet 60 Tage Brandrodungen im Amazonas-Wald | BR24

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Angesichts der verheerenden Waldbrände am amazonas will Brasilien die Brandrodung verbieten - jedoch nur für 60 Tage.

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Bolsonaro verbietet 60 Tage Brandrodungen im Amazonas-Wald

Per Dekret hat Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro Feuerlegen zur Rodung von Wald landesweit untersagt. Das Verbot gilt 60 Tage lang. In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit mehr als 20 Jahren mit 83.000 Brandherden.

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Per Dekret hat Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro das Legen von Buschfeuern zur Rodung für die nächsten 60 Tage landesweit untersagt. Damit reagiert er auf den diesjährigen Höchststand mit mehr als 83.000 Brandherden, wie brasilianische Medien berichteten. Das Gesetz sieht Ausnahmen vor wie die Nutzung von Feuer in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft sowie bei indigenen Völkern. Auch zum Pflanzenschutz sind sie weiter erlaubt.

Umweltschützer befürchten fragwürdige Maßnahmen

Mit einer Laufzeit von zwei Monaten deckt das Dekret die derzeit herrschende Trockenperiode ab, bevor im November die Regenzeit beginnt. Weitere Maßnahmen sollen nächste Woche vorgestellt werden. Umweltschützer fürchten, dass Bolsonaro die aktuelle Krise in den Amazonaswäldern nutzen könnte, um seine umstrittene Agenda zur wirtschaftlichen Entwicklung der Amazonasregion zu beschleunigen. So könnten die Legalisierung der bisher illegalen Goldförderung sowie die Regulierung strittiger Landfragen Teil des Maßnahmenpakets gegen die Waldbrände sein.

Bolsonaro will mehr Rohstoffförderung

Bolsonaro spricht sich für eine Öffnung indigener Gebiete und Naturparks für die Rohstoffförderung aus. Die Schutzzonen bremsten Brasiliens Wachstum aus, so der Präsident am Dienstag bei einem Treffen mit den Gouverneuren der Amazonasregion. Indigene und Umweltaktivisten versuchten mit ihrer Schutz-Agenda, die wirtschaftliche Öffnung zu behindern.

Brasilianische Umweltminister appellieren an Bolsonaro

Unterdessen forderten sieben ehemalige brasilianische Umweltminister Bolsonaro auf, internationale Hilfsgelder zum Waldschutz anzunehmen. Allein der von Deutschland und Norwegen finanzierte und derzeit blockierte "Amazon Fund" habe 80.000 nachhaltige Arbeitsplätze rund um den Waldschutz geschaffen, so die Ex-Minister. Bolsonaro will keine ausländischen Fördergelder mehr annehmen, weil er dahinter einen Anschlag auf Brasiliens Souveränität vermutet.

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Nicht nur in Brasilien, auch im Nachbarland Bolivien werden wertvolle Regenwälder und Buschland ein Raub der Flammen. Nach offiziellen Angaben wurden diese Woche in Bolivien fast 40.000 Brandherde gezählt.