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Bob Dylan rührt sich nicht | BR24

© picture-alliance/dpa; Yuki Honma

Fan zeigt mit Finger auf Gratulationstorte für Bob Dylan

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    Bob Dylan rührt sich nicht

    Auch am neunten Tag nach der spektakulären Mitteilung, dass Bob Dylan den Literaturnobelpreis 2016 erhalten soll, ist noch unbekannt, was der Protest-Barde dazu denkt. Er ist für die Schwedische Akademie nicht erreichbar. Allmählich wird Unmut laut.

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    Es war wohl erwartet worden, dass die Entscheidung, die begehrteste Ehrung der literarischen Welt erstmals einem Liedermacher zuzuerkennen, postwendend Kritik von Autoren auf sich zog. Als verstörender scheint es die Stockholmer Akademie zu empfinden, dass der 75-jährige US-Amerikaner, die große Sirene der Protestgeneration der 60er-Jahre, bisher selber noch nicht Stellung bezogen hat.

    Der schwedische Autor Per Wästberg, selbst Mitglied der Nobel-Jury, machte seinem Herzen nun Luft:

    "Das ist unhöflich und arrogant. Das muss man einfach mal so sagen". Per Wästberg, Mitglied der Schwedischen Akademie

    Am Dienstag hatte die Komitee-Vorsitzende Sara Danius mitgeteilt, dass es zwar noch keinen Kontakt mit Dylan selbst gebe, aber "mit einem seiner engsten Mitarbeiter". An diesem Stand hat sich offenbar noch nichts geändert. Danius hatte betont, es wäre herrlich, wenn Dylan im Dezember nach Stockholm wolle, aber:

    "Er muss nicht, wenn er nicht will". Sara Danius, Vorsitzende des Nobelkomitees

    Zwei Preisträger lehnten bisher ab

    Der Literatur-Nobelpreis wurde bisher von zwei Laureaten nicht angenommen: Boris Pasternak ("Doktor Schiwago") schlug ihn 1958 auf Druck des sowjetischen Staats aus, der Existentialist Jean-Paul Sartre verweigerte 1964 mit der Begründung, Preise seien Waffen in der Auseinandersetzung der Weltmächte. Dafür wolle er sich nicht vereinnahmen lassen, schon gar nicht für den Westen.