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Bluttest auf Trisomie 21 ist "gut und vernünftig" | BR24

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Für den Präsidenten der Bundesärztekammer ist der Bluttest bei bestimmten Schwangeren auf eine mögliche Trisomie 21 des ungeborenen Kindes eine "riesige Erleichterung" für Frauen. Er spricht sich für eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen aus.

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Bluttest auf Trisomie 21 ist "gut und vernünftig"

Für den Präsidenten der Bundesärztekammer ist der Bluttest bei bestimmten Schwangeren auf eine mögliche Trisomie 21 des ungeborenen Kindes eine "riesige Erleichterung" für Frauen. Er spricht sich für eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen aus.

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Der Bundestag hat leidenschaftlich über die Frage diskutiert, wie weit die Gesellschaft bei der vorgeburtlichen Gendiagnostik gehen soll. So wurde auch die Befürchtung geäußert, dass die Kostenübernahme des Bluttests durch die Krankenkassen zu einer verstärkten "Aussortierung" von behinderten ungeborenen Kindern führen könnte.

Nach der Diskussion sagte Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Abend), dass schon heute mit der Methode der Fruchtwasseruntersuchung mehr Schwangerschaften abgebrochen würden, wenn eine Trisomie 21 festgestellt werde.

Montgomery: Bluttest nur bei Risikoschwangerschaften

Montgomery sprach sich dafür aus, die Kosten für den Bluttest "unter bestimmten Bedingungen" von den Kassen bezahlen zu lassen. Es handele sich um "einen risikoärmeren Ersatz der Fruchwasseruntersuchung, wie wir sie heute haben. (...) Das Risiko für einen ungewollten Schwangerschaftsabbruch ist damit geringer."

Allerdings solle der Test nur bei "Risikoschwangerschaften, bestimmten Altersgruppen und Frauen mit bestimmten Vorerkrankungen, die mit einer erhöhten Veränderung im Chromosomenbild einhergehen" angewandt werden.

"Es wäre völlig absurd, wenn dieser Test in Zukunft bei jeder 18-jährigen Schwangeren routinemäßig als Screeningtest angewendet würde, das ist aber auch gar nicht geplant", so der Präsident der Bundesärztekammer.

Klare Meinung zur ethischen Debatte

Grundsätzlich erklärte Montgomery zur ethischen Debatte: "Wenn Menschen etwas wissen wollen, und es gibt eine Methode, es ihnen zu sagen, dann ist es wissenschaftsfeindlich und auch menschenfeindlich, sie an dem Erwerb dieses Wissens zu hindern."