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Black Votes Matter: Der Kampf um schwarze Wählerstimmen | BR24

© Claudia Sarre

Vor der US-Präsidentschaftswahl bewegen die afro-amerikanische Bevölkerung Themen wie Rassismus, Polizeigewalt und die Corona-Pandemie.

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    Black Votes Matter: Der Kampf um schwarze Wählerstimmen

    Corona-Pandemie, Diskriminierung, Polizeibrutalität, die schwierige Wirtschaftslage – das sind die großen Themen für die afro-amerikanische Bevölkerung vor der US-Wahl. Auch auf ihre Stimmen wird es am Ende ankommen - vor allem in den Swing States.

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    Vor der Präsidentenwahl in den USA geht der Wahlkampf in die entscheidende Phase. Je höher die Wahlbeteiligung unter den Schwarzen, desto bessere Chancen haben die Demokraten, die Wahl zu gewinnen. Afro-Amerikaner wählen traditionell demokratisch. Bei der letzten Wahl stimmten rund 89 Prozent für Hillary Clinton und nur acht Prozent für Donald Trump.

    Dennoch sind die Demokraten auf jede einzelne Stimme angewiesen. Vor allem in den Swing States könnten ein oder zwei Prozent mehr Stimmen wahlentscheidend sein.

    Wöchentliche Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt

    Ob in Kenosha, Rochester oder Louisville. Fast jede Woche gibt es in den USA neue Straßenproteste gegen Polizeibrutalität und für die Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen. Joseph Armstrong aus dem Bundesstaat Wisconsin sagt bei einer Demo in Washington, es solle sich endlich etwas ändern: "Leute werden auf der Straße getötet – so als sei nichts gewesen. Jeden Tag aufs Neue. Alle sehen und es ist ihnen egal." Joseph hofft, dass mit einer neuen Regierung alles besser wird.

    "Ich glaube wirklich, dass Biden einen besseren Job machen kann als Trump es derzeit macht. Trump macht die Dinge nur schlimmer. Er hat eine Menge von dem, was wir gerade erleben, ausgelöst." Joseph Armstrong

    Bidens Strategie für Wählerstimmen von Schwarzen

    Tatsächlich gießt Trump Öl ins Feuer und präsentiert sich als Präsident von Recht und Ordnung, der bei gewalttätigen Protesten hart durchgreift. Sein Herausforderer Joe Biden dagegen ist für Polizeireformen. Eine gute Strategie, um schwarze Wähler zu gewinnen, sagt Clarence Lusane, Politikwissenschaftler an der Howard University in Washington: "Das Repräsentantenhaus hat ein Polizeigesetz entworfen, das dem entspricht, was viele Demonstranten fordern. Zum Beispiel den Würgegriff zu verbieten. Die Biden-Kampagne hat sich das zu eigen gemacht und will damit speziell schwarze und braune Wähler ansprechen."

    Republikaner versuchen, Schwarze vom Wählen abzuhalten

    Gleichzeitig versuchen Republikaner in manchen Staaten mit mehr oder weniger legalen Tricks, Minderheiten vom Wählen abzuhalten. Etwa durch die Schließung von Wahllokalen oder durch Hürden bei der Wählerregistrierung.

    Tatsächlich könnten diesmal mehr schwarze Wähler motiviert sein, zur Wahl zu gehen. Und zwar aufgrund der Coronakrise, meint Politikwissenschaftler Lusane: "Viele Afro-Amerikaner haben Freunde und Verwandte, die an Covid gestorben sind. Dafür geben sie der Trump-Regierung die Schuld."

    Cinder Cooper Barns, Literaturprofessorin und Aktivistin aus Maryland , wird am 3. November auf jeden Fall ihre Stimme abgeben. "Ich glaube, wenn Biden und Harris gewinnen, dann können wir damit beginnen, die Wunde zu heilen. Trump dagegen würde nur weiter Salz in die Wunde streuen." Egal wie die Wahl ausgeht - der Kampf gegen Diskriminierung von Schwarzen in den USA wird vermutlich noch lange Zeit andauern.

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