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Bischofstreffen: unerwartete Personalie und Missbrauch im Fokus | BR24

© BR/Tilmann Kleinjung

Es ist ein Krisengipfel - das digitale Treffen der 68 deutschen Bischöfe. Das Ziel: einen Weg aus der Vertrauenskrise zu finden, ausgelöst durch den Missbrauchsskandal. Eine unerwartete Personalentscheidung sorgte aber gleich zu Beginn für Aufsehen.

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Bischofstreffen: unerwartete Personalie und Missbrauch im Fokus

Es ist ein Krisengipfel - das digitale Treffen der 68 deutschen Bischöfe. Das Ziel: einen Weg aus der Vertrauenskrise zu finden, ausgelöst durch den Missbrauchsskandal. Eine unerwartete Personalentscheidung sorgte aber gleich zu Beginn für Aufsehen.

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Von
  • Tilmann Kleinjung
  • Irene Esmann
  • Martin Jarde

Der Missbrauchsskandal und die nach wie vor schleppende Aufarbeitung liegen wie ein Schatten auch über diesem Treffen aller deutschen Bischöfe. Doch gleich zu Beginn sorgte deren Vorsitzender, der Limburger Bischof Georg Bätzing, mit einer Personalentscheidung für Aufsehen.

Bischöfe wählen erstmals Frau zu Generalsekretärin

Beate Gilles wird die neue Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und somit die mächtigste Frau in der katholischen Kirche in Deutschland. Als Generalsekretärin koordiniert Gilles die Geschäfte der DBK - und das in einer Phase, in der die katholische Kirche in einer tiefen Vertrauenskrise steckt. Dazu braucht die 50 Jährige einen langen Atem. Und den bringt die Theologin als Ausdauersportlerin offenbar mit.

Bei ihrem ersten Auftritt betonte sie außerdem, dass ihr die Anliegen der katholischen Frauenbewegung Maria 2.0 nicht ganz fremd sind: Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche, und Ämter für Frauen.

"Maria 2.0, das ist in der Mitte der Kirche. Das ist ganz zentral, das sind die Frauen, die unsere Kirche tragen. Und von daher bin ich an vielen von denen ganz nah dran." Beate Gilles

Streit um Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in Köln

Überschattet wird die Tagung der Bischofskonferenz von dem Streit um die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Erzbistum Köln. Hier steht Kardinal Rainer Maria Woelki in der Kritik, weil er eine Studie zum Missbrauchsgeschehen in seinem Bistum zurückhält. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz nahm Woelki gegen Vertuschungsvorwürfe in Schutz.

"Ich glaube Kardinal Woelki, dass sein Aufklärungswille wirklich deutlich und klar ist. Die Unruhe, die entstanden ist, weil das erste Gutachten zurückgehalten wird, die ist mir genauso verständlich und sie treibt mich auch." Bischof Georg Bätzing

Katholiken treten scharenweise aus Kirche aus

Die Unruhe hat Folgen: Nicht nur in Köln treten die Menschen scharenweise aus der Kirche aus. Die hohen Austrittszahlen sind dann morgen Thema bei der virtuellen Tagung der deutschen Bischöfe.

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