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Biobauer schenkt Legehennen längeres Leben | BR24

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Seniora-Hühner

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    Biobauer schenkt Legehennen längeres Leben

    Mit 12 bis 15 Monaten haben Legehennen ausgedient. Sie legen weniger Eier, die Schale ist nicht mehr so hart. Sie werden geschlachtet, obwohl sie noch gar nicht so alt sind. Biobauer Hermann Bäuml weiß aber, was diese Seniora-Hühner noch drauf haben.

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    Normalerweise picken und scharren die 6.000 Legehennen vom Berchinger Biolandwirt Michael Heislbetz tagsüber auf der Wiese rund um ihre beiden Ställe. Heute müssen sie drinnen bleiben - sie sollen nicht mehr allzu viel fressen: Denn bald geht es ab zum Schlachthof, wo sie als Suppenhühner enden.

    "Wenn die Hühner ein gewisses Alter haben, geht die Legeleistung runter. Aber das ist noch nicht so problematisch. Die Schalenqualität wird halt ziemlich schlecht, das ist bei uns das Problem. Weil das alles über ein Eierband läuft. Vollautomatisch. Und da brechen dann viele Eier." Michael Heislbetz, Biolegehennenhalter

    Seniora-Hennen: Die haben's noch drauf

    14 Monate lang haben Heislbetz' Legehennen fast jeden Tag ein Ei gelegt, doch auf Dauer halten sie das nicht durch. Solche Hühner sind dann unwirtschaftlich und werden durch Junghennen ersetzt. Doch für einige Hennen gibt es Rettung in letzter Minute. In Gestalt von Biobauer Hermann Bäuml aus Dürnhart zum Beispiel.

    "Die legen jetzt meinetwegen noch 85 Prozent - und in einem Jahr 280 Eier, dann noch 250, im Jahr drauf noch 220. Das ist immer noch eine stolze Leistung. Für mich ist das wirtschaftlich." Hermann Bäuml, Biobauer

    Es sei ein "Frevel gegen die Natur", sagt Bäuml, dass Legehybridhennen schon so früh ausgemustert werden. Zuhause hat er auf der Wiese hinter seinem Hof einen fahrbaren Hühnerstall. Da ist noch Platz. Nach zwei Wochen wird er den Einkaufspreis von 1,50 Euro pro Huhn über die Eier wieder hereingeholt haben. Für Junghennen müsste er ein Mehrfaches ausgeben. Auch Legehennenhalter Michael Heislbetz hat ein gutes Geschäft gemacht. Er bekäme vom Schlachthof nur 70 bis 80 Cent für so ein Huhn.

    Hackordnung - wie klappt die Integration?

    Bäuml beringt die Neuankömmlinge, dann kommen die Hennen zu den anderen. Sind es nicht so viele neue Hennen, ist die Hackordnung meist schnell geregelt. Gibt es wirklich einmal Probleme, sperrt Bäuml die Hühner einfach mit dem dominierenden Hahn zusammen für zwei Tage in einen Raum. Dann kümmert der sich um die neuen Hennen und kommt dann mit den neuen Senioras in den Mobilstall.

    "Dann ist die Hackordnung relativ schnell erledigt." Hermann Bäuml, Biobauer

    Mit der Stabilität der Eierschalen hat Hermann Bäuml im Gegensatz zum großen Legehennenhalter kein Problem. Die Hennen scharren den ganzen Tag auf der Wiese und bekommen zum Gras eiweißreichen Getreide- und Maisschrot mit Luzernecops und Muschelkalk. Außerdem sammelt Bäuml die Eier von Hand ein. Seine Senioras dürfen bei ihm mindestens noch zwei bis drei Jahre weiterleben, bis aber auch sie schließlich im Suppentopf landen - der Endstation ihres Nutztierlebens.