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Bill Gates

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    Bill Gates wird 60

    Schon in der Schule hat er Software programmiert. Das Studium in Harvard brach er ab und widmete sich ganz seiner Firma Microsoft. Der Rest ist Computergeschichte - von MS DOS über Windows bis zur Xbox. Von Wolfgang Stuflesser

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    Die Leitung der Firma gab William Henry Gates III 2008 ab und widmet sich seitdem seiner gemeinnützigen Stiftung. Aus dem als menschlich eher schwierig geltenden Chef und Unternehmer wurde der erste "elder statesman" der IT-Szene. Sein Vermögen, das auf 80 Mrd. Dollar geschätzt wird, will Bill Gates überwiegend spenden, das hat er 2010 versprochen.

    Von Computern besessen  

    Die große Brille, der Topfhaarschnitt, das schlaksige Auftreten - Bill Gates sieht aus wie der typische Computernerd. Zumindest wie man ihn sich jahrzehntelang vorgestellt hat. Und tatsächlich hat er schon mit zwölf Jahren das Thema Computer für sich entdeckt - seitdem sei er wie besessen davon, sagte er mal in einem Fernsehinterview.

    Der Coup: Software lizensiert 

    Gates wird 1955 als Sprössling einer noblen Banker- und Anwaltsfamilie in Seattle geboren, William H. Gates der Dritte ist sein eigentlicher voller Name. Die Eltern schicken den schlauen Bill Ende der 60er auf eine Privatschule, wo er Zugriff auf einen Großrechner hat und seine ersten Programme schreibt. Dann fängt er ein Studium an der Elite-Uni Harvard an, bricht es aber nach zwei Jahren ab, um seine eigene Firma zu gründen. Computerprogramme, Software - das ist seine Leidenschaft, und Microsoft heißt seine Firma. Gates zieht mit Mitte Zwanzig einen Großauftrag an Land: Microsoft liefert das Betriebssystem für die neuen “PCs”, die Personal Computer des Giganten IBM. Und Gates verhandelt geschickt: Er verkauft seine Software nicht einfach, sondern lizensiert sie, das heißt, Microsoft verdient an jedem verkauften PC mit. Mehr noch: Gates kann sein System auch an andere Computerhersteller weitergeben - Experten sagen, dass diese kluge Strategie den Siegeszug des PC in den 80er und 90er Jahren überhaupt erst möglich gemacht hat.

    “A computer on every desk an in every home.”

    Ein Computer auf jedem Schreibtisch und in jedem Haus, das war sein erklärtes Ziel. Als begrüßenswerter Nebeneffekt wird Gate mit Anfang 30 zum Milliardär. Mit Windows und dem Internet Explorer ist Microsoft bald so dominant, dass die amerikanische Regierung und später die EU Kartellverfahren gegen die Firma einleiten. Es heißt, dass Gates auch deshalb nach und nach den Spaß an Microsoft verloren habe. 2008 zieht er sich ganz aus dem Tagesgeschäft zurück. Mit seiner Frau kümmert sich der Vater von drei Kindern seitdem Vollzeit um die im Jahr 2000 gegründete gemeinsame Stiftung, die “Bill and Melinda Gates Foundation”.

    “Wenn Du Geld hast, musst Du Dir überlegen, was Du damit anfängst. Du kannst es für Dich selbst ausgeben - aber wir haben keinen großen Bedarf. Wir glauben, dass wir auch unseren Kindern mit diesem enormen Reichtum keinen Gefallen tun würden - also mussten wir uns einen wohltätigen Zweck aussuchen”, so Gates. 

    Ausgestattet mit 40 Milliarden Dollar Kapital, investiert die Stiftung in Bildung und medizinische Versorgung und hat sich zum Ziel gesetzt, Krankheiten wie Kinderlähmung und Malaria auszurotten. In seiner Zeit als Microsoft-Chef galt Bill Gates als menschlich schwierig und extrem machtbewusst. Nun hat er sein Image erfolgreich gewandelt - zu einer Art “nettem Nerd”, der sein Geld für Gutes einsetzt.