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Bill Gates und sein Kampf gegen Corona | BR24

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Die EU-Kommission organisiert heute eine internationale Online-Geberkonferenz, um Spenden für den Kampf gegen das Coronavirus zu sammeln. Mit dabei ist die einflussreiche Bill & Melinda-Gates-Stiftung.

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Bill Gates und sein Kampf gegen Corona

Die EU-Kommission organisiert heute eine internationale Online-Geberkonferenz, um Spenden für den Kampf gegen das Coronavirus zu sammeln. Mit dabei ist die einflussreiche Bill & Melinda-Gates-Stiftung.

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Wie schnell kann ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament zur Behandlung von Covid-19 gefunden werden? Darüber berät heute eine Geberkonferenz – virtuell. Eingeladen hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. An der Konferenz ist auch die Bill & Melinda-Gates-Stiftung beteiligt sowie die Impfallianz Gavi, die ebenfalls von dem Ehepaar Gates unterstützt wird.

Gründer von Microsoft engagiert sich seit Jahren

Nach dem Ausscheiden aus dem Microsoft-Imperium gründete Bill Gates zusammen mit seiner Frau Melinda die größte Privatstiftung der Welt. Kein Wunder, das nötige Kleingeld brachte der zeitweise reichste Mann der Welt natürlich mit. Fast 47 Milliarden US-Dollar Kapital besitzt die Stiftung mit Sitz in Seattle. Den Wahlspruch seiner Stiftung hat Bill Gates selbst so formuliert:

"Wir glauben daran, dass jeder Mensch ein gesundes und produktives Leben leben soll." Microsoft Gründer Bill Gates

Die Stiftung kümmert sich im Wesentlichen um drei Bereiche: Entwicklungshilfe im Bereich Landwirtschaft, Erforschung von besonders produktiven Pflanzen und Unterstützung von Landwirten, vor allem in Afrika. Zum Zweiten der große Bereich Gesundheit: Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen und deren Verbreitung. Dazu gehört auch, dass die Gates-Stiftung die Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung - kurz (GAVI) - zu 75 % finanziert. Und zum Dritten fördert die Stiftung Bildungsprogramme für Jugendliche in den USA. Zum Beispiel in Form von Stipendien.

Gates auch im Kampf gegen Corona mit dabei

Derzeit taucht Bill Gates vor allem in den Medien auf, weil er sich stark für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus einsetzt. Wenn alles perfekt lauft, dann könnte man in einem Jahr den Impfstoff produzieren, meint Gates. Es gebe über hundert Bemühungen dazu. Was man tun müsste, sei, die Vielversprechendsten herauspicken und dann mit voller Geschwindigkeit die Produktion beginnen, sagte er dem Nachrichtensender CNN.

Auch deutsches Unternehmen wird unterstützt

Die Bill und Melinda Gates Stiftung hat nach Angaben des Milliardärs Geld in sieben aussichtsreiche Kandidaten gesteckt. Unter anderem in die deutsche Biotechnik-Firma CureVac, in die die Stiftung bereits seit 2015 investiert. Ziel sei es, Fabriken aufzubauen – auch wenn man möglicherweise viel Geld in den Sand setze, so Bill Gates im Interview mit dem US-Moderator Trevor Noah. Viele Milliarden könnten weg sein, wenn andere Labore ausgewählt würden, die vielversprechendere Impfstoffe herstellen. Aber ein paar Milliarden seien etwas anderes als Billionen, die uns verloren gingen, so lange die Wirtschaft stillstehe. Es geht hier um Monate – und jeder Monat zählt.

Gates gehört mit Sicherheit zu den schillerndsten Personen, die sich als Multimillionäre in der Coronavirus-Krise engagieren - aber er ist nicht der einzige. Vor allem in den USA ist es nicht ungewöhnlich, dass sich reiche Mäzene in Kunst, Kultur, Wissenschaft oder Bildung mit viel Geld einbringen.

Facebook-Gründer Marc Zuckerberg hat mit seiner eigenen Initiative Millionen US-Dollar unter anderem die Entwicklung von Covid-19-Tests der Universität UC San Francisco gespendet. Amazon Chef Jeff Bezos spendete ebenfalls 100 Millionen US-Dollar an eine Hilfsorganisation, Amazon investiert in Firmen, um Corona-Tests zu beschleunigen. Der deutsche SAP-Gründer Dietmar Hopp ist der größte Anteilseigner an CureVac aus Tübingen.

Zweifel am Engagement

Bill Gates gerät wegen seines Engagements aber auch immer wieder in die Kritik. Der Vorwurf: Seine Stiftung arbeite bei ihrem Agrarprogramm zu eng mit dem umstrittenen Saatgut-Konzern Monsanto zusammen - aber auch mit in die Kritik geratene Konzernen wie Bayer, Merck, Pfizer und Sanofi. Und das meist in Bezug auf Impfungen oder Geburtenkontrolle. Kritiker glauben, dass die Stiftung vor allem von den Gewinnen der Unternehmen profitieren und daher Impfungen ankurbeln will.

In der Coronavirus-Krise gibt es zudem zahlreiche Verschwörungstheorien um Bill Gates: Kontrolle der Menschheit durch Mikrochips zum Beispiel. Oder, dass er das neuartige Coronavirus selbst erfunden habe.

Bill Gates regierte auf die Vorwürfe stets gelassen, wie im Interview mit CNN. Es sei schon etwas ironisch, dass jemand, der noch davor gewarnt habe, nun solche Anschuldigungen erhalte. Es gebe Menschen, die das nicht wissenschaftlich, sondern politisch betrachten wollten und das führe manchmal zu komischen Sichtweisen.

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