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An der Beschwerdekammer beim Europäischen Patentamt wird heute über eine Beschwerde zu einem Patent auf Braugerste verhandelt. Das Patent sei zu Unrecht erteilt worden, meint Walter König. Er ist Geschäftsführer beim Bayerischen Brauerbund.

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Bierbrauer hoffen auf Erfolg der Beschwerde gegen Gersten-Patent

Beim Europäischen Patentamt wird heute über eine Beschwerde zu einem Patent auf Braugersten-Saatgut verhandelt. Dieses sei zu Unrecht erteilt worden, meint Walter König, Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes.

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Von
  • Nicole Hirsch
  • Robert Scharold

Der Bayerische Brauerbund hofft auf einen Erfolg bei der Beschwerde gegen das Patent auf Saatgut, über die am heutigen Dienstag beim Europäischen Patentamt entschieden wird. Die Beschwerdekammer verhandelt über die Klage einer internationalen Initiative gegen eine patentierte Braugerste der Konzerne Carlsberg und Heineken. Unterstützer der Beschwerde hatten deshalb im März vor dem Europäischen Patentamt 180.000 Unterschriften gegen Saatgut-Patente abgegeben.

Bei der Verhandlung geht es um das europäische Patent EP2373154A2, das Carlsberg und Heineken 2009 für "Getränke aus Gerste und Malz mit niedrigem Gehalt an Dimethylsulfid" angemeldet hatten. Gerste ist der Grundstoff des Malzes. Und ein hoher Gehalt an Dimethylsulfid bedeutet laut Fachliteratur, dass das Malz zu unerwünscht krautigem Geschmack neigt.

Brauerbund: "Patent zu Unrecht erteilt"

"Wir gehen davon aus, dass es (...) zu Unrecht erteilt wurde und dass das Patent aberkannt wird", betonte Walter König im radioWelt-Interview auf Bayern 2. Er ist der Geschäftsführer beim Bayerischen Brauerbund.

Lizenzen könnten Braugerste teurer machen

Der bisherige Sortenschutz sei ausreichend, so König. Mit diesem sei man in den letzten Jahrzehnten sehr gut gefahren. "Wir brauchen diese in Amerika gelebten Patente nicht, weil wir befürchten, dass dieser Rattenschwanz, der sich da hinterherzieht an Lizenzrechten und Lizenzzahlungen, am Ende so auswirkt, dass Braugerste viel teurer und für mittelständische und kleine Brauereien vielleicht nicht mehr verfügbar oder erschwinglich sein wird", sagte König.

Bei einer Ablehnung der Beschwerde und einer Entscheidung für das Patent sei der Kampf vorbei. "Wir als Bayerischer Brauerbund stehen auch mit der Bundesbraugerstengemeinschaft im engen Kontakt und haben eigentlich alle Register gezogen seit der Eintragung im Jahr 2016."

Mit Material von dpa.

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