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Miet-Bienen: Auch Bienenvölker kann man leasen

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    Bienen zum Mieten: Der Leasingmarkt boomt - doch Vorsicht!

    Flugzeug, Schiff, Firmenauto: Leasing ist schon lange üblich - und die Nachfrage wird immer größer. Gerade junge Menschen leihen sich Sachen auf Zeit, sogar Kunst und Bienenvölker. Aber Achtung: Leasing hat auch seine Tücken und kann ins Geld gehen.

    Von
    Dominik EinzelDominik Einzel
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    Bei der Anschaffung von Flugzeugen, Schiffen, teuren Maschinen oder Firmenwagen ist Leasing weit verbreitet. Doch inzwischen scheint die Miete auf Zeit vor allem bei Jungen Leuten im Trend zu liegen - die jedoch leasen Elektronik, Kunstwerke oder Kleiderschränke. Verbraucherschützer warnen vor unterschätzten Kosten.

    Leasing: Vor allem Autos und Nutzfahrzeuge

    Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) wächst die Beliebtheit der Leihmodelle seit geraumer Zeit. "Das Neugeschäft ist in den letzten Jahren bis zur Pandemie kontinuierlich gewachsen und erreichte 2019 einen Rekordwert", berichtet BDL-Sprecherin Kathrin Dickhoff. Es wurden Leasing-Verträge für Wirtschaftsgüter im Anschaffungswert von 76,9 Milliarden Euro geschlossen. Nach wie vor gefragt sind trotz der verschiedenen neuen Angebote vor allem Autos und Nutzfahrzeuge: Sie sind mit 79 Prozent klar die größte Objektgruppe.

    Leasing als Lifestyle

    Für Unternehmen bietet das Leasing teurer Maschinen, Immobilien oder Fahrzeugflotten finanzielle Vorteile: Firmenvermögen wird im Vergleich zum Kauf gespart und die Raten sind steuerlich absetzbar. Im privaten Bereich geht die Miete auf Zeit darüber weit hinaus. Abo-Modelle gibt es in vielen Branchen, etwa für Fahrräder, Elektroartikel oder Möbel.

    "Heute möchten Menschen aus Lifestyle-Gründen und Nachhaltigkeitsaspekten ein Abo-Modell aus am besten allen Branchen wählen können", sagt Daniel Ishikawa, Geschäftsführer der Firma Lyght Living Furniture Leasing. Seiner Beobachtung nach wollen sich viele Kunden nicht mehr langfristig an Dinge binden, da durch Corona die Lebensplanung schwerer geworden sei.

    Imkern auf Probe mit Leasing-Bienen

    Manchmal wollen sich die Kunden allerdings auch nicht mehr trennen, so die Erfahrung von Dieter Schimanski, Inhaber der Firma Bee-Rent. Er vermietet seit 2015 ganze Bienenvölker auf Zeit. Sei die Freude am Imkern einmal geweckt, wollten die wenigsten damit wieder aufhören. "Daher geben die wenigsten Kunden ihre Bienen zurück", so der Imker. Zu seinen Kunden zählen vor allem Unternehmen, die den Honig etwa zu Werbezwecken nutzen. Außerdem werde die Honigentnahme regelmäßig zum Firmenevent für die Beschäftigten der Firmen, sagt Schimanski.

    Kaufen oft billiger

    Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt jedoch davor, die Kosten für Leasing-Objekte zu unterschätzen. Oft schienen die Anschaffungskosten von Gegenständen wie Laptops oder Handys sehr hoch, sagt Maximilian Heitkämper von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Viele Produkte seien im Direktkauf aber trotzdem günstiger als die Gesamtkosten eines Leasingvertrags, der sich über mehrere Monate erstreckt.

    Außerdem müssten sich die Kunden selbst darum kümmern, dass der Leihgegenstand erhalten bleibt. "Wenn der Gegenstand kaputt geht, muss man dafür gradestehen", sagt Heitkämpfer. Durch eventuelle anfallende Reparaturkosten könne das Leasing daher am Ende deutlich teurer ausfallen als ein Direktkauf.

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