BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

US-Präsident Joe Biden, aufgenommen am 04.06.2021.

7
Per Mail sharen

    Biden will Zusammenarbeit der USA mit Europa stärken

    Bevor US-Präsident Joe Biden am Mittwoch erstmals in seiner Amtszeit nach Europa reist, hat er bekräftigt, er wolle die "demokratischen Allianzen" der USA stärken. So will er sein Land gegen Russland und China positionieren.

    7
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Vor seiner mit Spannung erwarteten ersten Europa-Reise als US-Präsident hat Joe Biden sein Bekenntnis zum transatlantischen Bündnis bekräftigt. In einem am Samstag erschienenen Gastbeitrag in der "Washington Post" versprach Biden, die "demokratischen Allianzen" der USA zu stärken, um auf die internationalen Krisen sowie die wachsende Bedrohung aus Russland und China zu reagieren. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnte Russland und Belarus vor einer Destabilisierung an der Ostflanke des Verteidigungsbündnisses.

    Biden: Demokratische Werte untrennbar mit Interessen verknüpft

    "Wir stehen zusammen, um auf die Bedrohung der europäischen Sicherheit durch Russland zu reagieren, angefangen mit seiner Aggression in der Ukraine", schrieb Biden. Es werde "keinen Zweifel an der Entschlossenheit der USA geben, unsere demokratischen Werte zu verteidigen, die wir nicht von unseren Interessen trennen können".

    Biden will eintreten für Menschenrechte

    Mit Blick auf das bevorstehende Gipfeltreffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin schrieb er, Putin wisse, "dass ich nicht zögern werde, auf künftige schädliche Aktivitäten zu reagieren". "Wenn wir uns treffen, werde ich erneut die Selbstverpflichtung der Vereinigten Staaten, Europas und gleichgesinnter Demokratien unterstreichen, für Menschenrechte und Menschenwürde einzustehen."

    Biden betonte zugleich, dass Washington "keinen Konflikt" mit Russland wolle. Sein Ziel seien "stabile und vorhersehbare Beziehungen" mit Russland, in deren Rahmen beide Staaten etwa in den Bereichen der strategischen Stabilität oder der Rüstungskontrolle zusammenarbeiten könnten.

    Treffen der G7 in Cornwall, anschließend Treffen mit Putin

    Biden reist am Mittwoch nach Europa. Ab Freitag nimmt er am Gipfel der sieben führenden Industrienationen (G7) in Cornwall im Südwesten Englands teil. Am Montag in einer Woche findet dann der Nato-Gipfel erstmals mit Biden statt. Zum Abschluss seiner Reise trifft er am 16. Juni Kreml-Chef Putin in Genf.

    Heftigste Spannungen zwischen USA und Russland

    Das Treffen mit Putin findet vor dem Hintergrund der heftigsten Spannungen zwischen Moskau und Washington seit Jahren statt. Befeuert wurden die Spannungen unter anderem von einem Interview, in dem Biden die Frage, ob er Putin für einen "Mörder" halte, bejaht hatte. Russlands Präsident sagte am Freitag, er reche mit einem "positiven" Ergebnis seines Treffens mit Biden.

    Nato besorgt wegen Belarus

    Gut eine Woche vor dem Nato-Gipfel in Brüssel sagte Generalsekretär Stoltenberg der "Welt am Sonntag", die Nato-Mitglieder seien "über die engere Zusammenarbeit" zwischen Putin und dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko in den vergangenen Monaten "ernsthaft besorgt". Belarus werde "immer abhängiger" von Russland.

    "Wir sind natürlich bereit, im Ernstfall jeden Alliierten zu beschützen und zu verteidigen gegen jede Art von Bedrohung, die von Minsk und Moskau ausgeht", sagte Stoltenberg. Die Nato-Länder Litauen, Lettland und Polen haben eine gemeinsame Grenze mit Belarus, das seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr mit etlichen EU-Sanktionen belegt wurde.

    Stoltenberg: China und Russland arbeiten zusammen

    Stoltenberg warnte in der "Welt am Sonntag" auch vor neuen Bedrohungen für die Allianz: "Wir stellen fest, dass Russland und China neuerdings immer stärker zusammenarbeiten, sowohl politisch als auch militärisch." Das sei eine "neue Dimension und eine ernsthafte Herausforderung". Die Nato wolle daher in ihrer neuen Agenda "Nato 2030" enger mit Ländern im pazifischen Raum zusammenarbeiten. Denn der Aufstieg Chinas verändere die weltweite Machtbalance fundamental.

    (Mit Material der Agentur AFP)

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!