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TV-Duell: Trump und Biden liefern sich heftigen Schlagabtausch | BR24

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Fünf Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA haben sich Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden erstmals einen direkten TV-Schlagabtausch geliefert.

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TV-Duell: Trump und Biden liefern sich heftigen Schlagabtausch

Fünf Wochen vor der Präsidentenwahl in den USA haben sich Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden erstmals einen direkten TV-Schlagabtausch geliefert. Moderator Chris Wallace hatte Mühe die Kontrahenten auf Kurs zu halten.

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US-Präsident Donald Trump ließ beim ersten TV-Schlagabtausch nichts unversucht, seinen Herausforderer Joe Biden von den Demokraten aus dem Konzept zu bringen. Beide Kontrahenten unterbrachen sich ständig. An einer Stelle fuhr Biden den Präsidenten an: "Wirst du wohl die Klappe halten, Mann?"

Streitpunkte: Corona und Biden-Sohn Hunter

Trump hatte zu Beginn Schwierigkeiten zu erklären, womit er die Krankenversicherung seines Vorgängers Barack Obama ersetzen will. Gleichzeitig verteidigte er die Nominierung von Amy Coney Barret für den Obersten Gerichtshof wenige Wochen vor der Wahl. Er sei für vier Jahre gewählt worden und könne deshalb die Richterposition neu besetzen.

Biden versuchte immer wieder zu erklären, der Präsident interessiere sich nicht für die Wähler. Trump sei verantwortlich für 200.000 Tote in Folge der Corona-Gesundheitskrise. Trump rief, unter Biden seien es zwei Millionen Tote. Trump behauptete außerdem Bidens Sohn Hunter habe Millionen von der Stadt Moskau erhalten. Der frühere Vize-Präsident erwiderte immer wieder: Es stimme nicht, es stimme nicht, es sei widerlegt.

Für Trump ging es darum, seine Kampagne wieder in die Spur zu bekommen. In wichtigen Swing States, die er vor vier Jahren gewonnen hatte, führt Biden in Umfragen. Insgesamt war der ganze Abend fünf Wochen vor der Wahl Ausdruck der völlig verfahrenen Situation in den USA.

Biden über Trump: ein Clown

Biden bescheinigte Trump eine verheerende Regierungsbilanz: "Sie sind der schlechteste Präsident, den Amerika je hatte." Außerdem kommentierte der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten: "Es ist schwer, bei diesem Clown überhaupt zu Wort zu kommen."

Donald Trump verweigerte seinem Herausforderer erneut eine Zusage, dass er das Ergebnis der Präsidentschaftswahl unabhängig vom Ausgang anerkennen werde. Der Amtsinhaber wich entsprechenden Fragen aus und sprach erneut von angeblichem massiven Betrug bei den Briefwahlen. "Das ist eine betrügerische Wahl", sagte der Republikaner. "Sie schummeln."

Trump: Schlimme Dinge passieren in Philadelphia

Trump verwies auf einen Ende September bekanntgewordenen Vorfall im Bezirk Luzerne im US-Staat Philadelphia, wo neun Stimmzettel von Militärangehörigen gefunden wurden. "Schlimme Dinge passieren in Philadelphia", sagte Trump. "Sie haben Stimmzettel in einem Papierkorb gefunden. Sie hatten alle den Namen Trump angegeben."

Auf die Frage des Moderators Chris Wallace, ob die Kandidaten nach der Wahl auf ihre Anhänger einwirken wollten, um mögliche Unruhen zu verhindern, antwortete Trump, er werde seine Anhänger dazu aufrufen, die Auszählung der Stimmen genau zu beobachten. Solche "Poll Watchers" seien "eine sehr sichere, eine gute Sache".

Biden: Trump kann nicht im Amt bleiben

Der Herausforderer Joe Biden rief die Amerikaner dazu auf, so zu wählen, "wie es euch am besten passt" - ob per Briefwahl oder direkt an der Wahlurne. Trump versuche, die Bürger von der Stimmabgabe abzuhalten. Daher sage er selbst: "Kommt und wählt, wählt, wählt!" Er werde jedenfalls jedes Ergebnis akzeptieren, ob er die Wahl nun gewinnen oder verlieren werde. Biden sagte mit Blick auf Trump: "Er kann nicht im Amt bleiben, das wird nicht passieren."

Umfragen zufolge wollen deutlich mehr Anhänger Bidens als Trumps per Post abstimmen. Die verbreitete Briefwahl könnte dazu führen, dass in der Wahlnacht noch kein Sieger feststeht.

Nächstes Duell am 15. Oktober

Insgesamt sind drei TV-Debatten zwischen Trump (74) und Biden (77) geplant. Das zweite Streitgespräch ist für den 15. Oktober (16. Oktober, 3.00 Uhr MESZ) in Miami im Bundesstaat Florida geplant. Die letzte Debatte vor der Wahl soll am 22. Oktober (23. Oktober, 3.00 Uhr MESZ) in Nashville (Tennessee) stattfinden.

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