BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Biden macht Druck auf China bei Handel und Hongkong | BR24

© BR

Telefonat mit Xi: Biden macht Druck bei Handel und Hongkong

4
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Biden macht Druck auf China bei Handel und Hongkong

Das Verhältnis zwischen den USA und China ist auf einem historischen Tiefstand. Erstmals telefoniert nun der neue US-Präsident Biden mit Staatschef Xi Jinping. Es ging um Menschenrechte, Repressionen in Hongkong und den erbitterten Handelskrieg.

4
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion

In seinem ersten Telefonat mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat der neue US-Präsident Joe Biden einen unverändert harten Kurs der USA gegenüber China zu erkennen gegeben. Im Gegenzug warnte ihn Chinas Präsident vor einer "Konfrontation", "die definitiv katastrophal für beide Länder und die Welt ist", berichtete die Staatsagentur Xinhua.

Menschenrechte und Handel

In dem Gespräch gut drei Wochen nach seiner Amtsübernahme unterstrich Biden seine "grundlegenden Sorgen über Pekings zwangsweise und unfaire wirtschaftliche Praktiken, die Repression in Hongkong, Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang und zunehmend herausfordernde Aktionen in der Region, einschließlich gegenüber Taiwan", wie das Weiße Haus mitteilte.

China verweist auf "innere Angelegenheiten"

Chinas Präsident konterte, Hongkong, Taiwan und Xinjiang seien "innere Angelegenheiten Chinas" und hätten mit seiner Souveränität und territorialen Integrität zu tun, wie ihn die Nachrichtenagentur Xinhua zitierte. "Die USA sollten Chinas Kerninteressen respektieren und vorsichtig handeln."

Gespräch auch über Corona und Klimawandel

Beide Staatsoberhäupter sprachen nach US-Angaben auch über den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie und die gemeinsamen Herausforderungen für die Gesundheit in der Welt, den Klimawandel und das Verhindern einer Weiterverbreitung von Waffen. Biden setzte sich zudem für einen "freien und offenen Indo-Pazifik" ein. China beansprucht weite Teile des umstrittenen Südchinesischen Meeres, wo sich die USA mit Einsätzen ihrer Marine für die Freiheit der Schifffahrt einsetzen.

Erbitterter Handelskrieg

Das Verhältnis zwischen den beiden größten Volkswirtschaften ist unter Bidens Vorgänger Donald Trump auf den tiefsten Stand seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen 1979 gefallen. Beide Länder liefern sich einen erbitterten Handelskrieg. Auch beschränken die USA Chinas Zugang zu Technologie. Der chinakritische Kurs findet allerdings parteiübergreifende Zustimmung im US-Kongress. Biden hatte auch schon angedeutet, ebenfalls einen harten Kurs fahren zu wollen. Die USA erwägten, in den kommenden Monaten "neue gezielte Einschränkungen" auf bestimmte sensible Technologieexporte nach China in Abstimmung mit Verbündeten zu erlassen.

China setzt auf Kooperation

Chinas Präsident sagte, Kooperation sei die einzig richtige Wahl, während Auseinandersetzung beiden Ländern schaden werde. Die USA und China sollten zusammenarbeiten, sich auf halben Wege treffen und Konflikt oder Konfrontation vermeiden. Differenzen seien normal. Doch es sei entscheidend, damit angemessen und konstruktiv umzugehen und sich gegenseitig zu respektieren. Xi Jinping sprach sich auch dafür aus, die verschiedenen Dialogkanäle zwischen beiden Ländern wiederherzustellen, um ein besseres Verständnis zu fördern und Missverständnisse zu vermeiden.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!