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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Christopher Neundorf

Auch Betriebsärzte sollen in Deutschland künftig gegen Covid-19 impfen dürfen.

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Betriebsärzte sollen spätestens ab dem 7. Juni mitimpfen

Es ist der nächste Schritt in der Impfkampagne gegen Covid-19: Spätestens ab der zweiten Juniwoche sollen auch Betriebsärzte in Deutschland miteinbezogen werden. Vorgesehen sind dann laut Gesundheitsministerium mindestens 500.000 Impfdosen pro Woche.

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Von
  • Markus Wolf

Arbeitnehmer in Deutschland sollen bald ohne größeren Aufwand in der Firma eine Spritze gegen Covid-19 bekommen können. Ab dem 7. Juni sollen nämlich auch die Betriebsärzte die begehrten Dosen verabreichen dürfen. Damit soll die Impfkampagne in Deutschland weiter vorangetrieben werden.

Spahn rechnet mit ausreichend Impfstoffdosen "in ein paar Wochen"

Wie zuerst die "Welt am Sonntag" berichtete, sind laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dann mindestens eine halbe Million Impfstoffdosen pro Woche für die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte in der Bundesrepublik vorgesehen. Spahn sagte der Zeitung, noch warteten viele auf Impftermine. "Aber bereits in ein paar Wochen werden wir voraussichtlich mehr Impfstoff haben als Terminanfragen." Betriebsärzte in Firmen könnten dann helfen, mit niedrigschwelligen Angeboten zu überzeugen. Dies könne Menschen fürs Impfen gewinnen, die "nicht das Gegenargument suchen, sondern die Gelegenheit", so der Minister.

Bereits mehr als jeder vierte Deutsche hat Erstimpfung erhalten

Die Bundesregierung hatte eine Einbindung der Betriebsärzte bereits grundsätzlich für Juni angekündigt. Dank wachsender Liefermengen soll das Impf-Netz in der Fläche damit noch größer werden. Nach dem Start mit mobilen Impfteams und mehr als 400 regionalen Impfzentren der Länder sind inzwischen auch mehr als 60.000 Arztpraxen dabei. Die Impfungen haben damit deutlich Fahrt aufgenommen. Inzwischen haben (Stand 01.05.2021) knapp 27 Prozent der Bundesbürger mindestens eine Impfung bekommen. Den vollen Impfschutz mit einer zweiten Spritze haben nach jüngsten gemeldeten Daten mit Stand von vergangenem Freitag 7,7 Prozent.

Auch mehr Lieferungen für niedergelassene Ärzte

Laut einer vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Lieferprognose mit Stand 30. April werden für Arztpraxen und Betriebsärzte im Juni wöchentlich jeweils mehr als drei Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech/Pfizer erwartet. Nach 3,4 Millionen Dosen in der Woche ab 31. Mai sollen für drei Wochen jeweils mehr als 3,6 Millionen Dosen folgen und in der Woche vom 28. Juni mehr als 3,7 Millionen Dosen. Im Mai sollen die Praxen demnach jeweils 1,6 Millionen Dosen pro Woche von Biontech bekommen und in den ersten beiden Mai-Wochen zusätzlich jeweils mehr als eine Million Dosen des Präparats von Astrazeneca.

Arbeitgeberpräsident: Ärzte in Betrieben stehen bereit

Bereits seit Längerem hatten Experten gefordert, Betriebsärzte schneller miteinzubeziehen. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sagte gestern der "Rheinischen Post", die Politik sei jetzt gefordert, so rasch wie möglich die letzten Voraussetzungen zu schaffen und dafür zu sorgen, dass Impfdosen in ausreichender Menge auch für die Betriebsärzte zur Verfügung gestellt würden. "Unsere Betriebsärzte in den Unternehmen stehen in den Startlöchern", so der 57-Jährige.

Vorteil der Unternehmen sei, dass sie einen vertrauensvollen Zugang zu ihren Beschäftigten hätten. "Wir erreichen rund 31 Millionen Menschen", unterstrich Dulger. Große Firmen hätten bereits Impfstraßen errichtet, sie brauchten nun nur noch Impfstoff. Wenn die Betriebsärzte einbezogen würden und es entsprechend genügend Impfstoff gäbe, sollte die Impfpriorisierung fallen, forderte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Eine Priorisierung wäre in den Betrieben kaum umsetzbar.

Zukunft der Impfzentren fraglich

Mit mehr Impfungen in Praxen und Firmen rückt auch die Zukunft der Impfzentren in den Blick. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Wenn die Impfpriorisierung Ende Mai, Anfang Juni aufgehoben wird, wäre es sinnvoll, das Impfen den Ärzten zu überlassen. Die kennen ihre Patienten." Die Impfzentren sollen nach derzeitigen Planungen auch im Mai und Juni vorerst weiterhin mehr als zwei Millionen Dosen pro Woche bekommen.

Impf-Tempo soll weiter anziehen

Nach einer Modellierung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung könnten Ende Mai mehr als die Hälfte der Impfberechtigten mindestens eine Erstimpfung erhalten haben, wenn die Lieferzusagen eingehalten werden. Mitte Juni könnten drei Viertel erstgeimpft sein. Damit wären bei einer anzunehmenden Impfbereitschaft von 80 Prozent fast alle Impfwilligen erreicht. Ab dann sollten die Impfzentren der Länder auch nur noch Termine für Zweitimpfungen vergeben.

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