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Best of Zapfenstreich - wer wollte was hören? | BR24

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Mit "Wind of Change" von den Scorpions wird Ursula von der Leyen heute Abend beim Großen Zapenstreich von der Bundeswehr verabschiedet. Hier ein Rückblick was sich ihre Vorgänger im Amt gewünscht haben.

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Best of Zapfenstreich - wer wollte was hören?

Premiere für die Bundeswehr: Zum ersten Mal wird mit Ursula von der Leyen eine Frau mit dem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Die Männer vor ihr haben sich Rockklassiker, Schnulzen oder Schlager gewünscht. Hier ein Best-of.

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Den Großen Zapfenstreich, dieses höchste militärische Zeremoniell, gibt es für scheidende Bundespräsidenten, Bundeskanzler und Verteidigungsminister und für hohe Generäle. Wachbataillon und Musikkorps der Bundeswehr marschieren auf - immer abends, wenn die Fackeln im Dunkeln am besten wirken. Und immer mit Musik: Märsche natürlich. Einen Teil der Lieder dürfen die Geehrten selbst auswählen. Dieser Teil des Zapfenstreichs nennt sich dann "Serenade".

Kohl wurde zur EU-Hymne verabschiedet

Helmut Kohl wurde vor dem alten Kaiserdom zu Speyer als Bundeskanzler verabschiedet – für ihn ein Symbol deutscher und europäischer Geschichte. Dazu passte Beethovens Ode an die Freude, die EU-Hymne.

Schröder wünschte sich Sinatra

Kohls Nachfolger Gerhard Schröder wollte es weniger erhaben, setzte auf den sentimentalen, aber selbstbewussten Sinatra-Klassiker "I did it my way", blieb seinem Image als Medienkanzler treu.

Im Kontrast dazu die Auswahl der Bundespräsidenten Johannes Rau und Christian Wulff. Für Rau erklang der Bach-Choral "Jesu bleibet meine Freude". Wulff wünschte sich das moderne Kirchenlied "Da berühren sich Himmel und Erde".

Köhler entschied sich für Blues

Horst Köhler dagegen entschied sich nach seinem Rücktritt als Staatsoberhaupt für Blues: für den St. Louis Blues von Louis Armstrong, der eine traurige Geschichte erzählt - vom Verlassenwerden.

Mitsingen ist bei solchen Zapfenstreichen eigentlich nicht eingeplant, außer bei der Nationalhymne. Das hielt aber den Sozialdemokraten Peter Struck nicht ab, bei seinem Abschied aus dem Verteidigungsministerium die Lippen zu bewegen - zum Klassiker aus der Arbeiterbewegung: "Wann wir schreiten Seit an Seit".

Strucks Nachfolger, Franz Josef Jung, blieb dagegen unbewegt stehen auf dem verregneten Appellplatz im Ministerium. Seine Wahl: "Time to say goodbye", ein Hit von Andrea Bocelli aus den 90er-Jahren.

Bei zu Guttenbergs Abschied ertönte "Smoke on the water"

Rockiger wollte es Karl-Theodor zu Guttenberg - seine Wahl "Smoke on the water" von Deep Purple konnte man als Zeichen verstehen: Hier geht einer, der sich nicht anpassen wollte. Guttenberg musste lachen, als Deep Purple über den Appellplatz dröhnte.

Sein Nachfolger Thomas de Maizière war da zurückhaltender. Ihm glitt nur ein leichtes Lächeln über die Lippen, als das Musikkorps den österreichischen Hit "Live is life" spielte.

Blues, Rock, Pop - hat es alles schon gegeben beim Großen Zapfenstreich. Doch bei aller musikalischer Offenheit - es ist und bleibt ein militärisches Ritual, mit dem sich die Bundeswehr von ihrem Dienstherrn im Ministerium, vom Bundeskanzler oder dem Staatsoberhaupt verabschiedet.