BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© picture alliance / SvenSimon | Anke Waelischmiller/SVEN SIMON
Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Anke Waelischmiller/SVEN SIMON

Mindestens eine Frau im Vorstand großer Unternehmen

38
Per Mail sharen

    Beschlossen: Mindestens eine Frau im Vorstand großer Unternehmen

    Mehr Frauen in Führungspositionen – das ist das Ziel des Gesetzes, das im Bundestag mit der Mehrheit von Union und SPD beschlossen wurde. Es gilt für den öffentlichen Dienst. Jetzt müssen in der Privatwirtschaft rund 30 Unternehmen nachbessern.

    38
    Per Mail sharen
    Von
    • Birgit Schmeitzner

    In der abschließenden Bundestagsdebatte über das Gesetz war viel von Diversität zu hören. Ein gemischter Vorstand aus Männern und Frauen sei ein Gewinn für ein Unternehmen, mache es erfolgreicher. Aber nur über rechtliche Vorgaben werde es gelingen, mehr gut ausgebildete Frauen in Führungspositionen zu bekommen.

    Diese Grundgedanken zogen sich durch die Reden quer durch die Fraktionen, mit einer Ausnahme: die AfD sieht eine "feministische Planwirtschaft" aufziehen und glaubt, dass das Gesetz "untaugliches Personal" bevorzugt.

    Etwa 30 Unternehmen der Privatwirtschaft betroffen

    Das Gesetz hat mehr "gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen" zum Ziel. Für die Privatwirtschaft gilt künftig: Ist ein Unternehmen börsennotiert und paritätisch mitbestimmt, hat es mehr als 2.000 Beschäftigte und einen Vorstand mit mehr als drei Mitgliedern, dann muss im Vorstand mindestens eine Frau sitzen. Nach Angaben der Bundesregierung betrifft das aktuell rund 70 Unternehmen, 30 von ihnen haben derzeit einen rein mit Männern besetzten Vorstand.

    Strengere Vorgaben für den öffentlichen Dienst

    Auch Unternehmen, an denen der Bund eine Mehrheitsbeteiligung hält, müssen auf genügend Frauen in der Chefetage achten. Das sind etwa die Deutsche Bahn, die Bundesdruckerei und die Deutsche Flugsicherung. In den Aufsichtsräten muss es künftig eine feste Frauen- bzw. Männerquote von mindestens 30 Prozent geben. Ein Vorstand mit zwei Posten muss aus einer Frau und einem Mann bestehen.

    Dazu kommen noch die Körperschaften des öffentlichen Rechts, etwa die Krankenkassen, Renten- und Unfallversicherungsträger und die Bundesagentur für Arbeit. Hier gilt, wie in der Privatwirtschaft: Mindestens eine Frau im Vorstand ist Pflicht.

    Kultureller Wandel von oben

    Die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Nadine Schön betonte, der Bundestag habe den Gesetzentwurf noch verbessert: So sei es jetzt möglich, dass eine Vorständin in Mutterschutz gehe. Auch das bringe den kulturellen Wandel in den Betrieben voran. Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht, SPD, sieht das Gesetz als Signal an qualifiziertet Frauen, dass ihnen alles offenstehe. Die Arbeit müsse aber noch weitergehen, etwa bei der Frage der gleichen Bezahlung.

    Kritik aus den Oppositionsparteien

    Die Grünen sind der Ansicht, dass eine Frau allein in einem Vorstand wenig ausrichten kann – Ziel müsse sein, mindestens ein Drittel der Posten mit Frauen zu besetzen. Den Linken ist die Regelung zu vage, wie Unternehmen mit zu wenig weiblichem Führungspersonal sanktioniert werden. Die FDP teilt das grundsätzliche Ziel gemischter Führungsteams, ist aber der Überzeugung, dass dazu kein Zwang notwendig ist.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!