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Angriffe im Irak: Raketen auf Bagdad und Militär-Stützpunkt | BR24

© pa/dpa

US-Botschaft in Bagdad

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Angriffe im Irak: Raketen auf Bagdad und Militär-Stützpunkt

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind Raketen eingeschlagen. Beschossen wurde Berichten zufolge das Regierungsviertel, wo sich die US-Botschaft befindet. Auch ein Luftwaffenstützpunkt nördlich von Bagdad wurde attackiert.

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In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind Geschosse eingeschlagen. Eine Mörsergranate traf das hochgesicherte Regierungsviertel, die sogenannte Grüne Zone, in der auch die US-Botschaft liegt. Das teilten irakische Sicherheitsvertreter sowie Verantwortliche der Grünen Zone mit. Opfer gab es dort offenbar nicht. Ein zweites Geschoss traf demnach ein Wohnviertel. Dort soll es mehrere Verletzte gegeben haben.

Stützpunkt mit US-Soldaten attackiert

Fast gleichzeitig wurde am Abend der Al-Balad-Stützpunkt von zwei Raketen getroffen. In dem Stützpunkt 80 Kilometer nördlich von Bagdad sind US-Ausbilder für das irakische Militär untergebracht. Ob es Opfer gab, ist unklar. Die Deutsche Presse-Agentur erfuhr aus Sicherheitskreisen, dass der Lagerhaus-Bereich getroffen sei. Hubschrauber kreisten über dem Stützpunkt am Himmel. Die Basis liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Bagdad und wurde schon mehrfach Ziel von bewaffneten Angriffen.

Wie der Fernsehsender Al-Mayadeen berichtet, forderte die pro-iranische Miliz "Kataib Hezbollah" die irakischen Sicherheitskräfte dazu auf, sich von US-Stützpunkten im Irak fernzuhalten. Ab Sonntagabend 17 Uhr sollen Sicherheitskräfte die Stützpunkte in einem Umkreis von nicht weniger als einem Kilometer meiden.

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Der Iran dürfte nach der Tötung des Top-Generals Soleimani keinen echten Krieg gegen die USA führen, wohl aber Nadelstiche setzen. Das sagte BR-Reporterin Natalie Amiri der Rundschau.

Lage äußerst angespannt

Nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch eine US-Drohne ist die Angst vor einer Eskalation zwischen dem Iran und den USA groß. Der Iran hatte Vergeltung angekündigt. Ob die gemeldeten Raketeneinschläge auf das Konto des Iran gehen, ist fraglich.

Propaganda und Desinformation

Alle Berichte aus der Region sind aktuell mit Vorsicht zu lesen, da die Verhältnisse dort unübersichtlich sind und gezielte Desinformation Teil der Auseinandersetzung ist. Berichte des irakischen Staatsfernsehens und anderer Medien der Region über einen amerikanischen Luftangriff auf einen Sanitäterkonvoi in Tadschi am frühen Samstagmorgen bestätigten sich nicht.

Am Freitagabend hatte ein Reporter der "New York Times" getwittert, Raketen hätten die US-Militärbasis Ain al-Assad im Irak getroffen. Obwohl Beobachter vor Ort dies bald darauf dementierten, trieb die Nachricht den Ölpreis weiter in die Höhe.

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Vor wenigen Stunden sind Raketen in der so genannten Grünen Zone in Bagdad eingeschlagen. Möglicherweise erste Vorboten der angekündigten Vergeltung für den Tod des iranischen Generals Soleimani.