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Bericht zur Deutschen Einheit: Osten holt auf | BR24

© picture alliance/dpa/Hendrik Schmidt

Aufschwung Ost: Die Wirtschaftskraft der neuen Bundesländer wächst rasant

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    Bericht zur Deutschen Einheit: Osten holt auf

    Laut Jahresbericht der Bundesregierung zur Deutschen Einheit holt der Osten in Sachen Wirtschaftskraft deutlich auf: Medienberichten zufolge dokumentiert er, dass in Ostdeutschland Löhne und Gehälter 85 Prozent des Westniveaus erreicht haben.

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    Die Wirtschaftskraft Ostdeutschlands hat im vergangenen Jahr drei Viertel des westdeutschen Niveaus erreicht. Das, so zitieren Zeitungen aus dem bislang unveröffentlichten "Bericht zum Stand der deutschen Einheit", entspreche nahezu dem Durchschnitt der Europäischen Union. In den beiden Vorjahren hatte die Zahl dagegen gleichbleibend bei 73,2 Prozent gelegen und sich zuletzt nur noch langsam gesteigert. Zur Einheit hatte die Regierung einen Wert von 43 Prozent errechnet.

    Bewohner der neuen Bundesländer: "Bürger zweiter Klasse"

    Mit Blick auf Löhne, Gehälter und verfügbare private Einkommen sehe das Ergebnis deutlich besser aus, schreibt unter anderem das "Handelsblatt". So werde ein Wert von etwa 85 Prozent des westdeutschen Niveaus erreicht. Berücksichtige man auch noch die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten, verringere sich der Abstand weiter. "Das Zusammenwachsen Deutschlands und die Angleichung der Lebensverhältnisse sind seither weit vorangekommen", zitiert das "Handelsblatt" den Bericht. Offenbar empfinden das viele aber auch im Jubiläumsjahr der Einheit nicht so: Einer Umfrage zufolge fühlt sich mehr als jeder zweite Ostdeutsche als Bürger zweiter Klasse.

    Linke kritisiert Lobhudelei

    Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums wollte dem ARD-Hauptstadtstudio die Zahlen nicht bestätigen. Er verwies darauf, dass der Regierungsbeauftragte für die neuen Bundesländer, Christian Hirte, den Bericht erst am Mittwoch dem Kabinett vorlegen werde. Der Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, hat sich bereits zu Wort gemeldet. "Mit dem neuen Ostbeauftragten verkommt der Jahresbericht zu einer einzigen Lobhudelei", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Natürlich sei viel geleistet worden, aber dass Ostdeutsche länger arbeiten müssten und dafür weniger Geld bekämen, sei nicht akzeptabel.

    1997 legte die Bundesregierung erstmals ihren Jahresbericht vor. Der liefert einen Überblick über ihre - Zitat - "Politik zur Angleichung der sozialen, ökonomischen, politischen und kulturellen Lebensbedingungen der Menschen im vereinten Deutschland".