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Bericht zum Wurst-Skandal: Wilke wurde zu wenig kontrolliert | BR24

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Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle werden mit keimverseuchten Produkten des Herstellers Wilke in Verbindung gebracht. Nun hat die hessische Verbraucherschutzministerin einen neuen Bericht zu dem Fall vorgelegt - und macht dem Landkreis Vorwürfe.

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Bericht zum Wurst-Skandal: Wilke wurde zu wenig kontrolliert

Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle werden mit keimverseuchten Produkten des Herstellers Wilke in Verbindung gebracht. Nun hat die hessische Verbraucherschutzministerin einen neuen Bericht zu dem Fall vorgelegt.

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Der Bericht war eigentlich als "Abschlussbericht" angekündigt worden, wurde nun aber nur noch als weiterer "Bericht" präsentiert. Demnach hat die Lebensmittelüberwachung den Fleischhersteller Wilke zu selten kontrolliert. Das hessische Ministerium von Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) sieht in dem Fleischskandal erhebliche Versäumnisse beim Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Der Landkreis hätte den nordhessischen Wursthersteller zwölfmal im Jahr kontrolliert werden müssen. Jedoch heißt es im Bericht: "Aufgrund eines Fehlers des Landkreises ist die Firma Wilke auf ein dreimonatiges Kontrollintervall herabgesetzt worden."

"Schwerwiegende Mängel nicht erwähnt"

Das war laut Ministerium nicht der einzige Fehler: So sei bei einer Betriebsgröße wie sie bei Wilke vorliegt, eine regelmäßige Überprüfung aller Betriebsräume nötig: "Die vorgelegten Kontrollberichte aus dem Jahr 2018 sagen aus, dass Kontrollen jeweils nur in verschiedenen Bereichen des Betriebes stattgefunden haben, schwerwiegende Mängel werden in diesen Berichten nicht erwähnt." Hinz warf dem Landkreis auch vor, in Sachen Wilke nicht auf Hilfe des Landes zurückgegriffen zu haben. Dort gebe es eine Task Force, die für solche Fälle prädestiniert sei.

Landkreise sollen an die Kandare genommen werden

Hinz bekräftigte allerdings, dass es auch in ihrem Haus Mängel gegeben habe. So müssten hier Informationen künftig schneller weitergegeben werden. Die Aufsicht der Landesbehörden über die Landkreise solle zudem gestärkt werden, sagte Hinz. Die Berichtspflicht der Landkreise müsse strenger gehandhabt werden. Als Konsequenz aus dem Fall will sie unter anderem die Lebensmittelsicherheit durch drei zusätzliche Stellen im Ministerium und acht in den Regierungspräsidien verbessern.

Ermittlungen gegen Geschäftsführer laufen

Anfang Oktober war der Fleischhersteller Wilke geschlossen worden, nachdem wiederholt Listerien-Keime in seinen Produkten entdeckt worden waren. Sie können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer.