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Bericht: 200 italienische Tunnel weisen Mängel auf | BR24

© dpa/pa, STELLA

Stau vor einem Tunnel, Comer See, Lombardei

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    Bericht: 200 italienische Tunnel weisen Mängel auf

    Vor zwei Wochen krachten plötzlich große Betonplatten von der Decke eines Tunnels der Autobahn A26 in Richtung Genua auf die Fahrbahn. Eine von 200 italienischen Untertunnelungen, die marode sind und dringend repariert werden müssen.

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    Nach Medienberichten entsprechen rund 200 Autobahntunnel in Italien nicht den Sicherheitsvorschriften. Die Mängel seien häufig so schlimm, dass die Tunnel zur Gefahr für die Autofahrer würden, schrieben Zeitungen am Freitag. Sie beriefen sich auf ein Dokument des Verkehrsministeriums in Rom. Das Papier sei im vergangenen November an Feuerwehren und andere zuständige Stellen verschickt worden.

    Betonteile fallen von der Decke

    Am 30.12. fielen im Berté-Tunnel in Ligurien Deckenstücke auf die Fahrbahn. Nur durch Zufall wurden keine Menschen verletzt und kein Auto beschädigt. Ein Teil der Autobahnstrecke wurde gesperrt. Ende dieser Woche wurde dann ein Tunnel auf der A6 Turin-Savona vorübergehend gesperrt, weil etwas Ähnliches passiert war. Das löste nicht nur ein Verkehrschaos aus, sondern noch einmal auch die Diskussion über die Sicherheit der Autobahntunnel in Italien.

    Erinnerungen an Einsturz der Morandi-Brücke

    In Italien sind die Bürger, aber auch die Politiker seit dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua sensibilisiert. Bei der Katastrophe im Jahr 2018 kamen mehr als 40 Menschen ums Leben. Gegen ASPI, Autostrada per I`Italia, der Autobahngesellschaft, laufen Ermittlungen. Sie ist schließlich für die Infrastruktur der Autobahn verantwortlich, für Wartung und auch für die Mauterhebung.

    Schreiben beklagt erhebliche Mängel

    In dem Papier des Verkehrsministeriums werden zahlreiche Mängel in italienischen Tunnelanlagen aufgeführt. Danach besteht in den über 500 Meter langen Tunneln erhöhte Unfallgefahr, die Sicherheitssysteme sowie Fluchtwege seien mangelhaft. Die Bauten entsprächen nicht den Mindestanforderungen der Europäischen Union.

    Autobahnbetreiber und Regierung sprechen von Verbesserung

    In einer Reaktion zu den Berichten erläuterte der Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia, dass seit längerem Maßnahmen für mehr Sicherheit liefen. 105 Tunnel des Unternehmens sollen betroffen sein, für die restlichen sind andere Betreiber verantwortlich.

    Das Verkehrsministerium erläuterte auf dpa-Anfrage, die Lage sei nicht so kritisch wie dargestellt, das Dokument beschreibe Verbesserungsmaßnahmen, die im Gange seien. Der miserable Zustand der Autobahnen, die auf vielen Strecken mautpflichtig sind, ist ein heiß diskutiertes Thema im Land.

    Munt-la-Schera-Tunnel teilweise gesperrt

    Der ADAC weist darauf hin, dass beispielweise der Munt-la-Schera-Tunnel an Samstagen nur eingeschränkt befahrbar ist. Das betrifft vor allem anreisende Skiurlauber, die in die italienische Region Livigno unterwegs sind. Grund sind dringend nötige Sanierungsarbeiten.