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Belugawal mit Kamera - Spion für Russland? | BR24

© dpa-Bildfunk/Joergen Ree Wiig

Belugawal soll für Russland spionieren

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    Belugawal mit Kamera - Spion für Russland?

    Norwegische Fischer machten im Polarmeer eine skurrile Entdeckung: ein zutraulicher Wal mit Gurt und Kamerahalterung. Ist das Tier Teil eines russischen Spionageprogramms? Schließlich forschte das sowjetische Militär einst mit Delfinen.

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    Ein in enges Geschirr gezurrter Belugawal sorgt in Norwegen für Spekulationen über ein mutmaßliches russisches Militärprogramm mit Walen. An einem Gurt seien die Worte "Ausrüstung St. Petersburg" zu lesen, darauf sei eine Kamerahalterung angebracht, sagte Jørgen Ree Wiig vom norwegischen Fischereiverband am Montag. Die Zeitung "Aftenposten" berichtete, der Wal sei möglicherweise aus einer Forschungseinrichtung des russischen Militärs geflohen, in der Wale für militärische Zwecke abgerichtet werden.

    Zutraulicher Belugawal

    Den Fischern war der Wal im Polarmeer aufgefallen, als er sich gegen ein Boot rieb. Am Freitag sei ein Fischer in das eiskalte Wasser gesprungen, um den Wal von dem Geschirr zu befreien, sagte Wiig. Das norwegische Militär habe großes Interesse an dem Geschirr gezeigt, sagte er.

    Delfine suchen nach Minen

    Russland hat in der Vergangenheit eigentlich nicht mit Walen zu militärischen Zwecken geforscht. In der früheren Sowjetunion gab es allerdings ein Trainingsprogramm mit Delfinen, das sie in Zeiten des Kalten Krieges auf das Suchen nach Minen und das Vergraben von Sprengsätzen abrichten sollte. Delfine werden auch heute noch in ähnlicher Weise von einigen Ländern eingesetzt.

    "Ein gezähmtes Tier"

    Audun Rikardsen von der Arktischen Universität in Tromsø vermutet, dass die russische Marine in Murmansk in den Fall verwickelt sein könnte. In und rund um Murmansk im weit entfernt gelegenen Nordwesten Russlands hat die Regierung viele militärische Einrichtungen. Wofür der Belugawal möglicherweise trainiert worden oder in welche militärische Aufgaben er eingebunden worden sein könnte, war zunächst unklar. "Dies ist ein gezähmtes Tier, das Füttern gewohnt ist, deshalb hat es Kontakt zu den Fischern aufgebaut", sagte Rikardsen.