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Belohnungen fürs Lernen bringen nur kurzfristig etwas

Geschenke fürs fleißige Lernen und für gute Noten tragen nicht viel zur Motivation von Schülern bei. Das zeigt pünktlich zum Zeugnistag ein Blick auf eine Studie der Universität Regensburg.

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Langfristig bringt es nichts, Kinder und Jugendliche mit Geschenken motivieren zu wollen. Das haben Christof Kuhbandner, Professor für pädagogische  Psychologie und sein Team an der Universität Regensburg jetzt mit einer Studie bewiesen. 60 Studierende wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Sie mussten 30 afrikanische Suaheli Vokabeln lernen. In einer Gruppe wurde den Probanden eine Belohnung versprochen. Sie bekamen einen Euro pro Vokabel, die sie behalten haben. Aber langfristig wenig hängen. Das Ergebnis war ernüchternd, sagt Christof Kuhbandner.

"Nach einer Woche haben wir getestet, da haben wir gesehen: Die Gruppe, die belohnt wurde, die die Belohnung in Aussicht gestellt bekommen hat, die hat auf allen Ebenen schlechter abgeschnitten. Und sogar die Vokabeln, die sie im ersten Test noch richtig wussten, selbst die haben sie stärker vergessen."

Nur echtes Interesse lässt einen nichts mehr vergessen

Die Studie der Universität zeigt: Belohnungen sind schlecht, wenn Lernen sinnvoll sein soll. Professor Christof Kuhbandner hält nichts vom kurzfristigen Pauken von Wissen, das Schüler und Studenten nach den Prüfungen gleich wieder vergessen.

"Wenn es darum geht, kurzfristig zu erreichen, dass jemand lernt, um eine Prüfung zu bestehen, wofür er sich eigentlich gar nicht interessiert, dann ist das schon eine Technik, die man einsetzen kann. Wenn es aber darum geht, nachhaltig Wissen in der Person anzulegen, das nicht wieder verblasst und dann im echten Leben später wieder weg ist, dann ist es vermutlich keine so gute Idee. Dann wäre es geschickter, die Person anders zu motivieren. Indem man zum Beispiel Interesse wachruft für das Thema, für das sich jemand zunächst noch gar nicht interessiert."