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Belarus: Hunderte Frauen bei Protesten festgenommen | BR24

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Bildrechte: pa/dpa

Trotz Gewaltandrohung durch die Polizei haben tausende Frauen in der Hauptstadt Minsk erneut gegen Staatschef Alexander Lukaschenko demonstriert.

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Belarus: Hunderte Frauen bei Protesten festgenommen

Bei neuen Frauenprotesten gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko haben Polizisten am Samstag in Minsk Hunderte Frauen festgenommen. Die Sicherheitskräfte stellten sich ihnen in den Weg und zerrten sie in Einsatzfahrzeuge.

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  • BR24 Redaktion

Trotz Gewaltandrohung durch die Polizei in Belarus haben sich Frauen in Minsk zu einem neuen Protestmarsch gegen Staatschef Alexander Lukaschenko versammelt. "Wir vergessen nicht! Wir vergeben nicht!" und "Lukaschenko, in den Gefangenentransporter", skandierten die Demonstrantinnen am Samstag am zentralen Komarowski-Markt. Nach Angaben von Menschenrechtlern sind mehr als 200 Frauen festgenommen worden.

Das Bürgerrechtsportal spring96.org veröffentlichte am Samstag die Namen von mehr als 200 Frauen, die bei der Aktion in der Hauptstadt Minsk in Gewahrsam kamen. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete, wie die Sicherheitskräfte sich den Frauen in den Weg stellten und sie in Einsatzfahrzeuge zerrten.

Zahlreiche Festnahmen in Belarus

Wie am Samstag vor einer Woche kam es einmal mehr zu zahlreichen Festnahmen. Die Frauen schrien laut und riefen "Posor!" ("Schande!"). Auch die 73 Jahre alte Nina Baginskaja, eine Veteranin der Protestbewegung und eine seit ihrem Kampf gegen die Kommunisten zu Sowjetzeiten bekannte Dissidentin, wurde in einen Transporter gezwungen.

Vor einer Woche waren maskierte Uniformierte ohne Erkennungszeichen das erste Mal mit brutaler Gewalt gegen die Frauen vorgegangen. Es gab damals mehr als 100 Festnahmen.

Täglich Proteste seit Wahl Lukaschenkos

Seit der Präsidentenwahl am 9. August kommt es in Belarus täglich zu Protesten. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen nach 26 Jahren im Amt zum Wahlsieger erklären lassen. Der 66-Jährige strebt eine sechste Amtszeit an. Die Opposition hält dagegen Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin.

Die Demonstrantinnen fordern Neuwahlen ohne Lukaschenko, die Freilassung aller politischen Gefangenen und die strafrechtliche Verfolgung der Polizeigewalt. Auch in anderen Städten des Landes waren die Frauen wie an den vergangenen Samstagen aufgerufen, friedlich gegen "Europas letzte Diktatur" zu demonstrieren. Das teilten die Organisatorinnen von Girl Power Belarus in ihrem Nachrichtenkanal bei Telegram mit.

Sohn von Aktivistin ins Heim gesteckt

Tichanowskaja lobte aus ihrem Exil in der EU den Mut der Frauen. Zugleich warf sie dem "Regime" Lukaschenkos einen neuen Tiefpunkt vor, in dem es nun auch Kinder instrumentalisiere. Die Behörden hatten den sechsjährigen Sohn der Minsker Aktivistin Jelena Lasartschik am Freitag in ein Heim gesteckt. Hunderte Menschen forderten am Samstag vor der Einrichtung, den Eltern ihren Sohn zurückzugeben. Lasartschik verließ mit dem Kind am Vormittag das Heim – unter "Hurra"-Rufen und Applaus der Menge. Der Fall war auch Thema bei dem Frauen-Protest am Samstag.

Schockiert reagierte der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki. Wieder nutze die Führung des Landes Kinder als "politische Geiseln". Die Praxis ist bekannt aus kommunistischen Zeiten der Sowjetunion, als versucht wurde, den politischen Willen von Frauen auf diese Weise zu brechen. Diese Barbarei muss aufhören", schrieb der polnische Politiker bei Twitter.

Tichanowskaja: Kinder vor Wahl außer Landes in Sicherheit gebracht

Im Wahlkampf hatte auch Tichanowskaja berichtet, dass ihr gedroht worden sei, ihre Kinder zu verlieren. Sie hatte Sohn und Tochter daraufhin in das benachbarte EU-Nachbarland Litauen bringen lassen. Auch ihre Mitstreiterin Viktoria Zepkalo hatte ihre Kinder auf diese Weise vor dem Zugriff der Behörden geschützt.

Text mit Meldungen der Agenturen dpa und AFP verfasst

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Bildrechte: dpa-Bildfunk

alpha-demokratie befasst sich heute mit dem Thema: "Belarus: Diktator unter Druck". Zu Gast ist: Prof. Dr. Martin Schulze Wessel, Ludwig-Maximilians-Universität München.

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