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Heiko Maas: Umgang mit Reportern in Minsk "nicht akzeptabel" | BR24

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Belarussische Führung geht massiv gegen Journalisten vor.

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Heiko Maas: Umgang mit Reportern in Minsk "nicht akzeptabel"

Ein ARD-Kamerateam wurde am Freitagabend in Minsk von der Polizei in Gewahrsam genommen. Inzwischen befinden sich alle Mitarbeiter wieder auf freiem Fuß. Bundesaußenminister Heiko Maas hat die Behinderung der Presse scharf kritisiert.

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Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat das Vorgehen gegen Journalistinnen und Journalisten in Belarus als nicht akzeptablen Angriff auf die Pressefreiheit kritisiert. Unabhängige Berichterstattung müsse umfassend gewährleistet werden, dazu habe sich das Land auch international verpflichtet, so Maas in einer entsprechenden Mitteilung.

"Wenn Journalistinnen und Journalisten willkürlich und ohne jede Rechtsgrundlage festgesetzt und durch den Entzug ihrer Arbeitserlaubnis an ihrer wichtigen Arbeit gehindert werden, dann ist das überhaupt nicht akzeptabel." Bundesaußenminister Heiko Maas

Die Behörden hatten gestern Abend mehrere Mitarbeiter westlicher Medien festgenommen und erst am Morgen wieder freigelassen.

Journalisten verhaftet und an Berichterstattung gehindert

Unter den Verhafteten war auch ein Kamerateam der ARD. Zahlreichen Journalisten wurde mittlerweile die Akkreditierung entzogen. Am Freitagabend war das ARD-Kamerateam vor seinem Hotel in Minsk festgenommen und über Nacht in einer Polizeistation festgehalten worden. Das teilte der WDR in einer Pressemitteilung mit. Bei dem Team handele es sich um einen russischen Kameramann und einen russischen Kamera-Assistenten, die für das ARD-Studio Moskau arbeiten, sowie einen belarussischen Producer.

ARD-Mitarbeiter inzwischen wieder auf freiem Fuß

Gegen Vormittag ist das dreiköpfige Team wieder aus der Gewahrsam entlassen worden. Die beiden russischstämmigen Kollegen wurden anschließend des Landes verwiesen und befinden sich derzeit auf dem Rückweg nach Moskau, erklärte der WDR. Gegen sie wurde ein fünfjähriges Einreiseverbot nach Belarus verhängt. Dem belarussischen Producer drohe am kommenden Montag ein Prozess. WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn zeigte sich betroffen:

"Ich bin entsetzt über die aktuellen Geschehnisse und halte den Umgang mit unserem Team in Minsk für absolut inakzeptabel. Die Festnahme und das Entziehen der Akkreditierung macht unser Team vor Ort quasi handlungsunfähig. Das zeigt erneut, dass eine unabhängige Berichterstattung in Belarus immer weiter erschwert und beinahe unmöglich gemacht wird. Wir lassen uns als öffentlich-rechtlicher Rundfunk jedoch nicht einschüchtern und werden alles daran setzen, dass unsere Journalisten auch weiterhin über die Vorgänge, Proteste und Demonstrationen in Belarus kritisch und unabhängig berichten können. Selbstverständlich hat die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort dabei oberste Priorität." Jörg Schönenborn, WDR-Programmdirektor

Kamerateam war ordnungsgemäß akkreditiert

Wie der WDR erklärte, seien alle drei ARD-Mitarbeiter für ihren Dreh ordnungsgemäß akkreditiert worden. Inzwischen seien ihnen aber die offiziellen Akkreditierungen entzogen worden.

Nach Informationen des WDR war ARD-Korrespondent Jo Angerer von der Verhaftung nicht betroffen, er hielt sich zu dem Zeitpunkt nicht bei dem Team auf. Am späteren Abend wurde er aber vor dem Hotel von der Polizei kontrolliert. Die ARD ist mit dem Korrespondenten Jo Angerer aus dem ARD-Studio Moskau in Belarus vertreten. Das ARD-Studio Moskau steht unter der Federführung des Westdeutschen Rundfunks.

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