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Festnahmen in Beirut - Drohnenvideo zeigt Explosionsschäden | BR24

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Bei der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut starben mehr als 145 Menschen. Jetzt zeigen Drohnenbilder von der Stadt die Zerstörung.

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Festnahmen in Beirut - Drohnenvideo zeigt Explosionsschäden

Eine Stadt in Trümmern: Aufnahmen einer Drohne dokumentieren das Ausmaß der Zerstörung in Beirut. Bei der Explosion in der Hauptstadt Libanons waren mehr als 145 Menschen getötet worden. Inzwischen wurden 16 Hafen-Mitarbeiter festgenommen.

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Von
  • BR24 Redaktion

Eine heftige Detonation hatte am Dienstag große Teile des Hafens von Beirut zerstört und ganze Straßen im Zentrum in Scherben und Trümmer gelegt. Angenommen wird, dass große Mengen an Ammoniumnitrat, die jahrelang im Hafen ohne Sicherheitsvorkehrungen gelagert wurden, explodierten. Das Ausmaß der Zerstörung zeigt ein Video, das mit einer Drohne aufgenommen wurde (oben).

Hafen-Mitarbeiter in Beirut festgenommen

Rettungshelfer suchen weiter nach Überlebenden. Im Einsatz sind Armeesoldaten, Mitarbeiter des Roten Kreuzes und Freiwillige. Noch immer werden dem Roten Kreuz zufolge rund 100 Menschen vermisst.

Die libanesischen Behörden nahmen derweil 16 Hafen-Mitarbeiter in Gewahrsam. Es handele sich vor allem um Mitarbeiter der Hafenverwaltung und der Zollbehörde. Festgenommen wurden demnach auch Verantwortliche für Wartungsarbeiten und Arbeiter, die an Bauarbeiten am explodierten Hangar Nr. 12 beteiligt waren.

Deutsche Diplomatin bei Explosion in Beirut gestorben

Die Zahl der Todesopfer in Beirut stieg auf mindestens 145. Auch eine deutsche Diplomatin wurde getötet, wie Bundesaußenminister Heiko Maas mitteilte. "Unsere schlimmste Befürchtung hat sich bestätigt. Eine Angehörige unserer Botschaft in Beirut ist durch die Folgen der Explosion in ihrer Wohnung ums Leben gekommen", erklärte er. "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amts sind in tiefer Trauer um die Kollegin."

Rot-Kreuz-Helferin: Explosion "war unfassbar schrecklich"

Oana Bara, eine Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes, berichtete in der Rundschau im BR Fernsehen, wie sie die Explosion in Beirut etwa 800 Meter entfernt vom Hafen miterlebt hat: "Die Wohnungen der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes sind alle in der Gegend. Wir haben das mehr als deutlich gespürt. Die Druckwelle hat uns gegen die Wand geschmissen. Das Fenster ist auf uns zugekommen. Das war unfassbar schrecklich."

Das Deutsche Rote Kreuz arbeite mit dem Libanesischen Roten Kreuz zusammen, um Notunterkünfte zu errichten. "Momentan ist noch eine absolute Ausnahme- und Notfallsituation vor Ort", so Bara.

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Bei den verheerenden Explosionen in Beirut sind zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Zudem wurden Häuser und Wohnungen zerstört. Oana Bara vom Roten Kreuz berichtet im Interview von ihren Eindrücken aus Beirut.

Internationale Hilfe für Beirut läuft an

Ein Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in der libanesischen Hauptstadt war von Protesten gegen die Eliten des Landes begleitet. Macron sagte, er sei nicht da, um das "Regime" gutzuheißen. Er versprach, dass französische Hilfe nicht in die "Hände der Korruption" fallen werde.

Auch die Hilfe Deutschlands sowie anderer Länder und internationaler Organisationen lief weiter an. Die Weltgesundheitsorganisation brachte 20 Tonnen Hilfsgüter ins Land, um Hunderte Menschen mit Brand- und anderen Verletzungen zu versorgen. Die EU sagte Nothilfe in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro zu, um etwa medizinische Ausrüstung zu finanzieren. Israel, das mit dem der Libanon keine diplomatischen Beziehungen pflegt, will bei der Versorgung von Opfern ebenfalls helfen. Die Bundeswehr begann einen größer angelegten Hilfseinsatz. Die Luftwaffe sollte ein medizinisches Erkundungsteam der Streitkräfte nach Beirut fliegen, auch die Korvette "Ludwigshafen am Rhein" nahm von Zypern aus Kurs auf die Küstenstadt.

Zahlreiche Videos zeigen Moment der Explosion in Beirut

Nach der Explosion sind Videos rund um das Geschehen in den sozialen Netzwerken geteilt und tausendfach geschaut worden. Neben Aufnahmen der Explosion aus unterschiedlichen Ecken der Stadt sind es vor allem Aufnahmen, die den Moment zeigen, in dem der Alltag in Beirut zum Alptraum wurde.

In einem Video, das zuletzt viral ging, posiert eine Braut in ihrem weißen Kleid für Hochzeitsbilder. Sie lächelt, der Brautstrauß liegt auf der Schleppe ihres Kleides. Kurz darauf ein Knall, sie wird von der Druckwelle der Explosion erfasst. Keine 20 Sekunden später rennt Isra Seblani durch ein Meer von Scherben und Zerstörung.

Sie habe sich sehr auf ihren Hochzeitstag gefreut, sagte sie tags darauf in einem Interview. "Es gibt keine Worte dafür, was dann bei der Explosion geschah", sagt sie. Auf die Glückseligkeit sei die Angst um ihr Leben und dann die Erleichterung darüber gefolgt, dass sie relativ unbeschadet davonkam. Jetzt sei sie nur noch sehr traurig, "darüber was anderen Menschen passiert ist, darüber was dem Libanon widerfahren ist".

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