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Noch wehen eine Flagge der EU und eine Großbritanniens wehen vor dem britischen Parlament.
© dpa-Bildfunk/Kirsty O'connor
© dpa-Bildfunk/Kirsty O'connor

Noch wehen eine Flagge der EU und eine Großbritanniens wehen vor dem britischen Parlament.

Etwa 116.000 Briten lebten nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes Ende 2017 in Deutschland, viele von Ihnen auch in Bayern. Wenn Sie nach dem Brexit keine EU-Bürger mehr sind, endet für sie damit auch die bisher selbstverständliche Freizügigkeit. Denn jeder EU-Bürger kann seinen Wohn- und Arbeitsort innerhalb der EU frei wählen.

Seit der Brexit-Entscheidung ist die Zahl der Einbürgerungen von Menschen, die bislang nur die britische Staatsangehörigkeit hatten stark gestiegen. Diverse Landkreise und Städte in Bayern teilten auf BR-Anfrage mit, dass sie auch in den vergangenen Wochen noch einmal vermehrt Einbürgerungsanfragen bekommen hätten.

Niemand muss kurzfristig ausreisen

Für die hier lebenden Briten wird es nun einen großen Unterschied machen, wie der Brexit vollzogen wird. In dem ursprünglich verhandelten Abkommen ist eine Übergangsphase bis 2020 festgelegt. Damit würde sich für die Briten in Bayern nach einem geregelten Ausritt erst einmal nichts ändern. Anders sähe es jedoch aus, wenn es zu einem "No-Deal" Brexit kommt. Dann hätten die Briten nach dem Austritt nur drei Monate Zeit, um sich um einen neuen Aufenthaltstitel zu kümmern. Das hat das Bundesinnenministerium bereits im Januar bekannt gegeben. Bis zu einer Entscheidung der Ausländerbehörden bleibe der Aufenthalt aber erlaubt. So wird wohl niemand kurzfristig ausreisen müssen.

Landratsämter wollen erst einmal abwarten

Nach Auskunft der angefragten Landkreise und Städte wollen viele der Behörden nun erst einmal abwarten, wie der Brexit letztendlich abläuft und haben solange dies noch unklar ist keine Initiative gestartet. Sollte es zum harten Brexit kommen, sollen die in ihrem Gebiet lebenden Briten angeschrieben und über die weiteren Möglichkeiten informiert werden.

In Nürnberg betrifft das beispielsweise 940 Frauen Männer und Kinder mit ausschließlich britischen Papieren, im Main-Spessart 41 Personen, im Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen 190. Dort hat das Landratsamt jedoch denjenigen, die sich einbürgern lassen wollen, empfohlen, einen Antrag möglichst vor dem Brexit-Stichtag am 29. März zu stellen. Denn nur dann gibt es die Möglichkeit, die britische Staatsangehörigkeit neben der deutschen zu behalten. Wer nur einen Aufenthaltstitel will, könne dies erst beantragen, wenn der Brexit vollzogen ist.