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Bei Hannover: 72 Corona-Infektionen in UPS-Verteilzentrum | BR24

© dpa/Peter Seffen

Das Verteilzentrum des UPS-Dienstes in Langenhangen: 72 Mitarbeiter dort sind infiziert.

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    Bei Hannover: 72 Corona-Infektionen in UPS-Verteilzentrum

    Eigentlich sollen von dort Pakete nach draußen verteilt werden, nun hat sich innen Corona stark verbreitet: In einem niedersächsischen Verteilzentrum des Paketdienstes UPS gibt es 72 Corona-Fälle. Was heißt das jetzt für Paket-Empfänger?

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    72 Corona-Fälle meldet die Region Hannover aus einem UPS-Verteilzentrum in Langenhagen. Bereits Mitte Mai sei der erste Fall aufgetaucht, nach einem stetigen Anstieg der Infektionen gelang wenige Tage später die Eingrenzung betroffener Unternehmensteile.

    Die Fälle aus dem Paketzentrum haben sich auch auf die Umgebung ausgewirkt. So sind laut der Region Hannover auch Fälle in einer Kita und in einer Schule in Hannover auf das Infektionsgeschehen bei UPS zurückzuführen. Bis dato gelten vor allem Schlachthöfe als Hotspots für Corona-Infektionen, was jüngst gar für strengere Regeln für die Fleischindustrie sorgte.

    Keine größeren Hygiene-Verstöße

    Das Paketzentrum in Langenhagen wurde laut der Region Hannover wenige Tage nach Bekanntwerden der ersten Fälle kontrolliert. Wie die Kollegen des NDR berichten, sind dabei keine größeren Verstöße gegen Hygieneregeln bemerkt worden. Seit Mitte Mai gilt demnach eine Maskenpflicht.

    Am vergangenen Dienstag wurden 80 weitere Mitarbeiter des Standorts getestet, 55 von ihnen waren Corona-negativ. Sie werden nun dennoch erneut untersucht. Wer Kontakt zu einem Mitarbeiter des Verteilzentrums hat oder hatte, wird gebeten, wachsam auf Corona-Symptome zu achten und sich im Zweifel testen zu lassen.

    Laut der Region Hannover sind keine Paketzusteller unter den Infizierten. Allgemein ist laut der Behörde aus medizinischer Sicht nicht von einem Infektionsrisiko bei der Annahme von Paketen auszugehen – wenn dabei auf Sicherheitsabstände geachtet und ein Mund-Nasen-Schutz getragen wird.

    Darauf sollten Sie bei Paketen achten

    Auch laut den Corona-FAQs von BR24 ist eine Infektion über Briefe oder Pakete nach derzeitigem Wissensstand sehr unwahrscheinlich, da das Virus vermutlich auf der Oberfläche von Papier oder Pappe beim Transport austrocknen dürfte, so die Expertin Ulrike Protzer, Virologin vom Helmholtz-Zentrum an der Technischen Universität München (TUM).

    Auch Charité-Virologe Christian Drosten geht aktuell davon aus, dass Schmierinfektionen, also etwa Ansteckung über die Berührung von Oberflächen, nur rund 10 Prozent der Infektionen ausmachen. Eine Ansteckung über die Tröpfchen, also Husten und Niesen, ist dagegen deutlich wahrscheinlicher.

    Auch eine Ansteckung über winzige Tröpfchen in der Luft, so genannte Aerosole, die beim Sprechen ausgesondert werden, erscheint Forschern durchaus möglich. Daher ist, wie gesagt, auch Abstand zum Paketboten sowie das beidseitige Tragen einer Schutzmaske bedeutsam im Kampf gegen eine Corona-Infektion. Welche Schutzwirkung eine Mund-Nasen-Bedeckung insgesamt hat, zeigt auch eine aktuelle Studie der Universität San Diego.

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