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In Augsburg wurde heute die "Woche für das Leben" eröffnet. Die ökumenische Initiative der katholischen und der evangelischen Kirche dreht sich unter dem Motto "Leben im Sterben" um die Begleitung von Menschen am Lebensende.

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Begleitung am Lebensende: Auftakt zur "Woche für das Leben"

In Augsburg wurde am Sonntag die "Woche für das Leben" eröffnet. Die ökumenische Initiative der katholischen und der evangelischen Kirche dreht sich unter dem Motto "Leben im Sterben" um die Begleitung von Menschen am Lebensende.

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Von
  • Markus Kaiser

Wie human eine Gesellschaft ist, messe sich an ihrem Umgang mit Sterbenden, so der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, kurz EKD, Heinrich Bedford-Strohm bei der Eröffnung der Woche für das Leben.

Bischöfe fordern flächendeckende Palliativversorgung

Die Pflegeversicherung müsse so ausgestattet werden, dass genügend Personal und genügend Zeit zur Verfügung stehen, um Menschen am Lebensende zu begleiten, so Bedford-Strohm. Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, spricht sich für eine flächendeckende Palliativversorgung aus. Es brauche Hospize, wo ein würdiges Sterben an der Hand von Menschen möglich sei. Gerade jetzt in der dritten Welle der Pandemie dürfe man die Menschen mit ihren Ängsten nicht alleine lassen, so Bätzing.

Bischofskonferenzvorsitzender Bätzing: Nein zu assistiertem Suizid

Bei der Debatte um die gesetzliche Neuregelung der Sterbehilfe gehen die Meinungen zwischen den beiden großen Kirchen auseinander. Die Katholische Kirche lehnt den assistierten Suizid, die Hilfe zur Selbsttötung bei schwerkranken Menschen, die ihr Leben beenden möchten, strikt ab. Bischof Georg Bätzing befürchtet einen Dammbruch beim assistierten Suizid: Eine Legalisierung der Beihilfe zur Selbsttötung bringe die Gefahr mit sich, dass sich alte und kranke Menschen unter Druck gesetzt fühlen könnten, ihrem Leben ein Ende zu setzen.

EKD-Ratsvorsitzender warnt vor geschäftsmäßiger Sterbehilfe

Das Bundesverfassungsgericht hatte das Verbot des geschäftsmäßigen assistierten Suizids im vergangenen Jahr gekippt. In der Evangelischen Kirche wird offen diskutiert: Viele Protestanten halten den assistierten Suizid in Ausnahmefällen für eine Option. Allerdings dürfe er nie eine normale Option sein, betont der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Es dürfe keine geschäftsmäßige Sterbehilfe geben.

Ökumenische Woche für das Leben seit 30 Jahren

Seit 30 Jahren gibt es die Woche für das Leben. Sie wurde 1991 von der Katholischen Kirche wegen der damaligen politischen Debatte um Abtreibung ins Leben gerufen und ist seit 1994 eine ökumenische Veranstaltung der beiden großen Kirchen.

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Mit einem ökumenischen Gottesdienst im Augsburger Dom hat die bundesweite "Woche für das Leben" begonnen, initiiert von der katholischen und der evangelischen Kirche.

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