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Im engsten Kreis der Familie und mit militärischen Ehren wurde Prinz Philip beigesetzt. Er wurde 99 Jahre alt und war mit der Queen 73 Jahre lang verheiratet.

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Beisetzung von Prinz Philip: Militärparade mit Landrover

Bei London wird Prinz Philip mit militärischen Ehren zu Grabe getragen. Wegen Corona fällt die Zeremonie kleiner aus. Dafür erinnern persönliche Akzente an die Leidenschaften von Prinz Philip: seine Liebe zum Militär und zu Autos der Marke Landrover.

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Von
  • Imke Köhler

Ein schwerer Tag für die Königsfamilie, vor allem für die Queen, denn bei London wird ihr Mann Prinz Philip nach 73 Ehejahren zu Grabe getragen. "We are all thinking of you", "Wir denken alle an Sie", titelt das Boulevardblatt "The Sun", und natürlich ist die Beisetzung heute das beherrschende Thema in allen Medien.

Beerdigung fällt wegen Corona klein aus

Obwohl die Beerdigung wegen der Corona-Pandemie in viel kleinerem Rahmen ablaufen muss als sonst gedacht, wird es doch sehr feierlich. Mehr als 700 Soldaten werden im Hof von Schloss Windsor Aufstellung nehmen, musizieren, dem Duke die letzte Ehre erweisen. Auf die Frage, ob dieser Abschied vor allem einer der Royal Navy sei, sagte First Sea Lord Admiral Tony Radakin, er sei viel mehr als das: "Ich glaube wirklich, dass es für uns alle im Militär – für die Royal Air Force, die British Army und die Royal Navy – heute darum geht, Respekt zu zollen. Und das wird die Zuneigung widerspiegeln, die wir alle zu Prinz Philip hatten und die er eindeutig zu uns hatte", so der Admiral.

Zeremonie betont Prinz Philips Liebe zum Militär

Auch darüber hinaus wird die Zeremonie an das erinnern, was Prinz Philip wichtig war, wofür er Leidenschaft hatte. Symbolisch für sein technisches Interesse ist der Land Rover, der Leichenwagen, der Philips Sarg zur St. George’s Chapel transportieren wird. Er sieht aus wie ein massiver Kastenwagen in militärischem Grün und ist nach Prinz Philips Vorstellungen gebaut, wie der royale Biograph Robert Hardman der BBC erzählte. Der Prinz habe den Wagen zusammen mit einem Team von Landrover selbst entworfen.

Ein Landrover als Leichenwagen steht für Philips Technikbegeisterung

"Er hat es geliebt, Dinge zu entwerfen. Er war ein großer Enthusiast für Technik, Technologie und Innovation. Vor allen Dingen in seinen frühen Jahren hat er permanent Produktionsstätten besucht. Und dann stand er da in einem weißen Kittel und hat irgendwelche bedauernswerten Betreiber der Fertigungsanlage gegrillt. Und der Land Rover steht wirklich für ihn. Wie so häufig, wenn er sich Traditionen angeschaut hat, hat er gedacht: 'Wir könnten etwas anders machen!'", erinnert sich der Biograph.

Prozession, Schweigeminute, Trauergottesdienst

Nach der kurzen Prozession über den Schlosshof und einer landesweiten Schweigeminute beginnt in der St. George's Chapel der Trauergottesdienst. Richard Chartres, der ehemalige Bischof von London, glaubt zu wissen, was dem Duke gefallen würde – er hat in der Vergangenheit seine Erfahrungen mit Prinz Philip gemacht und erinnert sich an die Ungeduld des Prinzen bei zu langen Predigten: "Die Ansage von ihm war immer: 'Nicht länger als vier Minuten!' Was er wirklich mochte, waren kurze Gottesdienste. Daran hat er keinen Zweifel gelassen. Aber er hat sehr aufmerksam zugehört, und dann hat er einen danach darauf angesprochen."

Bischof bittet Briten, für die Königsfamilie zu beten

Chartres wandte sich in dieser Stellungnahme auch mit einem Appell an die Briten, für die Königsfamilie zu beten. "Öffentlich trauern zu müssen, bringt einen unglaublichen Druck mit sich", so der Bischof. "Die meisten von uns würden das nicht wollen. Aber für die Royals ist das Teil ihres Lebens. Und so hoffe ich, dass die Menschen nicht die persönliche Dimension dieser formellen Zeremonien vergessen."

Die Trauer wird es nicht lindern, aber zumindest spielt für den zeremoniellen Part draußen das Wetter mit, das in England ja immer ein Thema ist. Es ist ein kalter, aber sonniger Tag in Windsor.

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