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Bedford-Strohm: "Niemand darf den sozialen Tod sterben" | BR24

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ARCHIV: Der Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm am 19.12.2016 in München

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    Bedford-Strohm: "Niemand darf den sozialen Tod sterben"

    Angesichts der zweiten Corona-Welle hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD), Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, dazu aufgerufen, niemanden allein zu lassen und verstärkt auf Selbstverantwortung zu setzen.

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    Von
    • Matthias Morgenroth

    Der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm unterstützt die Linie von Bund und Ländern, trotz der angespannten Corona-Lage keine weiteren Verschärfungen der Corona-Bestimmungen für Gottesdienste anzuordnen. Die Kirchen hätten gezeigt, "dass sie mit der Situation sehr verantwortungsvoll umzugehen wissen", sagte Bedford-Strohm im BR-Interview. Allerdings müsse man nun auch politisch unbedingt aus den Lernerfahrungen des ersten Lockdowns im Frühjahr Konsequenzen ziehen.

    "Keine pauschalen Teilnehmerzahlen bei Beerdigungen"

    Gerade bei Beerdigungen dürfe es keinesfalls wieder eine willkürlich pauschal begrenzte Teilnehmerzahl geben. Man müsse stattdessen darauf achten, dass die Abstandregeln eingehalten werden könnten. In Alten- und Pflegeheimen dürfe niemand "den sozialen Tod" sterben. Alte und Kranke müssten selbst bestimmen können, "ob sie ein Risiko eingehen wollen oder nicht", so Heinrich Bedford-Strohm. "Dafür die Voraussetzungen zu schaffen und dabei so viel Kreativität wie möglich walten zu lassen, darum geht es jetzt." Zudem dürfe niemand alleine sterben.

    "Eigenverantwortung in der Pandemie stärken"

    Insgesamt müsse, so der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof Bedford-Strohm, die Eigenverantwortung gestärkt werden, damit die Menschen aus Freiheit "das Richtige tun, um die Ausbreitung der Infektion zu begrenze". Es brauche zwar besonnene staatliche Vorgaben, die dürften aber nichts kaputt machen, was nicht wieder herzustellen wäre.

    "Solidarität muss sich auch materiell zeigen"

    Er sprach sich außerdem im BR-Interview dafür aus, politisch verstärkt diejenigen in den Blick zu nehmen, deren wirtschaftliche Existenz massiv gefährdet sei: "Es muss einen Weg geben, dass Solidarität auch materiell einen Ausdruck findet."

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