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Bedford-Strohm: Kriminalisierung von Seenotrettern muss aufhören | BR24

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Deutschland soll laut Außenminister Maas eine Vorreiterrolle bei der Flüchtlingsrettung einnehmen. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt begrüßt Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche in Deutschland, den Vorschlag.

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Bedford-Strohm: Kriminalisierung von Seenotrettern muss aufhören

Deutschland soll laut Außenminister Maas eine Vorreiterrolle bei der Flüchtlingsrettung einnehmen. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt begrüßt Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche in Deutschland, den Vorschlag.

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Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), unterstützt den Vorschlag von Außenminister Maas, dass Deutschland eine Vorreiterrolle bei der Flüchtlingsrettung einnehmen soll. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte er:

"Der Vorschlag ist richtig. Jetzt müssen Taten folgen - und zwar so schnell wie möglich. Es ist natürlich Aufgabe des Staates, Menschen im Mittelmeer zu retten."

Der Ratsvorsitzende der EKD kritisierte scharf die Einstellung der EU-Rettungsmission Sophia:

"Das war eine EU-Mission, die Schleppernetzwerke zerstören sollte, aber auch Tausende von Menschen aus Seenot gerettet hat. Diese Mission Sophia ist ersatzlos eingestellt worden, und das kann nicht sein. Wenn Europa seine christliche Grundorientierung auch nur irgendwie ernst nimmt, dann muss es auch einen Mechanismus zur Rettung von Menschen aus Seenot im Mittelmeer geben."

Italien und Malta nicht alleine lassen

Man könne nicht warten, so Bedford-Strohm, bis alle Länder mitmachten, sondern die, die zur Aufnahme bereit wären, müssten sich zusammenschließen. Wichtig dabei sei aber, dass man Italien und Malta nicht alleine mit den Flüchtlingen ließe.

Gefragt nach den Plänen eines eigenen kirchlichen Rettungsschiffes, sagte Bedford-Strohm:

"Wir haben beschlossen, ein Konzept auszuarbeiten, das eine breite zivilgesellschaftliche Basis für solch ein Schiff sicherstellt. Und wir wollen uns als Kirche daran beteiligen. Die Entscheidungen werden möglicherweise im September fallen."